Vier Tage nach der Provence-Tour ging es wieder los. Ziel war diesmal St. Malo in der Bretagne. Heutiges Tagesziel war aber erstmal Rouen in der Normandie. Auf der Fahrt zum Treffpunkt in Duisburg-Kaiserberg war ich kurz vor Dortmund in einen kräftigen Regenschauer gekommen. Zum Glück sollte das aber zumindest beim Fahren der letzte Guss der Tour gewesen sein. Von Duisburg-Kaiserberg fuhren wir (Tourguide Ralf mit Sozia Monika auf Honda NTV, Willi mit Sozia Inge auf BMW R 1000 RT, Hartmut mit Sozia Ramona ebenfalls auf BMW R 1100 RT, Rolf auf Honda ST 1100 Pan European und ich auf Triumph Trophy 900) bei trockenem, aber kühlem Wetter ab. An der Autobahnraststätte Geismühle gabelten wir noch Hildegard auf Honda CB 500 und Hans-Jürgen auf Honda CB 750 auf und beim letzten Tankstopp kurz vor der belgischen Grenze in Aachen-Brand wartete bereits Andrea mit ihrer Kawasaki ER-5 Twister auf uns. Damit war die Truppe komplett. Inzwischen war es so kühl geworden, dass ich mich entschloss, das Innenfutter in die Jacke einzuziehen und das kam an den nächsten Tagen auch nicht mehr raus. Am Grenzübergang nach Belgien trafen wir trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft aus der Fußball-EM immer noch auf einen Kontrollpunkt des Bundesgrenzschutzes, der uns aber ohne Probleme passieren ließ. Danach ging es quer durch Belgien bis zur ersten Kaffeepause in Frankreich.

Erster Tankstopp in Frankreich.

Und schließlich nach einem weiteren Zwischenstopp in Amiens (Besichtigung der Kathedrale und natürlich Kaffeepause)

Kaffeepause in Amiens. 20 Franc für eine Cafe au lait waren einfach zuviel. nach Rouen, wo uns wegen eines allgemeinen Ampelausfalls ein ziemliches Verkehrschaos erwartete. Letztlich erreichten wir dann aber doch unser idyllisch direkt an der Seine gelegenes Hotel Viking, nur durch eine 6-spurige Hauptverkehrsstraße und ein Eisenbahngleis vom Fluss getrennt. Aber die doppelten Scheibentüren zum Balkon garantierten schließlich doch einen ruhigen Schlaf. Vorher hieß es aber noch im "La petite Auberge"

Das "La petite Auberge". Der Koch davor wartet schon auf uns. Essen fassen. Laut Tourguide Ralf ist dieses Restaurant der Grund für einige seiner Kunden, diese Tour öfter zu fahren. Diese Aussage ist nach zwei Abenden Testessen durchaus glaubhaft. Das Lokal ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Am nächsten Tag fuhren wir von Rouen aus nach Etretat an die Küste der Normandie. Die Abfahrt verzögerte sich um eine halbe Stunde, da Willi und Inge die Abfahrtszeit nicht richtig mitbekommen hatten. Willi und Inge erscheinen um 10.00 Uhr voll aufgerödelt zur Abfahrt nach Etretat. Es war kühl aber wenigstens tagsüber trocken. Unsere Crepes und Sandwiches am Strand von Etretat hatten wir uns nach dem Aufstieg auf die Klippen redlich verdient.

Die Klippe bei Etretat. Da mussten wir rauf.Oben war es dann ganz schön windig und zu nahe an den Abgrund sollte man auch nicht gehen.Seine Crepes danach kann man so zu sich nehmen ...oder auch so.

Zurück in Rouen machten wir dann noch eine kleine Stadtbesichtigung.

Nein, ich habe die Kamera nicht schief gehalten und auch nicht alle Häuser in Rouen sehen so aus. Dass es Abends wieder regnete interessierte niemanden besonders. Wir saßen ja schließlich trocken in der "La petite Auberge" und schlemmten.

Am Samstag war Abfahrt nach unserem Zielort St. Malo. Nach Zwischenstopps an der Landungsküste bei Juno und Omaha

Picknick an der Landungsküste bei JunoDas zerbombte Gelände mit den zerstörten deutschen Bunkern an der Landungsküste bei Omaha. erreichten wir nachmittags unser Hotel Bleu Marine Atlantis in St. Malo. Eine angenehme Überraschung nach dem Viking in Rouen.

Unser Hotel "Bleu Marine Atlantis" von der Strandpromenadenseite.Direkt an der Standpromenadegelegen überzeugte das Hotel mit seinen gut ausgestatteten, ruhigen Zimmern und besonders der Frühstücksraum, durch dessen große Fenster man morgens direkt aufs Meer sehen konnte, war ein Highlight. Auch das Frühstücksbüffet war um Längen besser als das sonst in französischen Hotels übliche Marmeladenfrühstück, es bot uns eine reiche Auswahl. Abends gingen wir dann in die Altstadt.

Auf dem Weg in Altstadt von St. MaloAuf der Festungsmauer von St. Malo Das sie bei Luftangriffen 1944 zu 80% zerstört wurde, ist ihr nicht mehr anzusehen. In einem urigen Lokal, dessen Wände von Piratenportraits bedeckt waren (die dem Wirt nicht unähnlich waren), aßen wir zu Abend. Der Rochen mit Kapernsoße ist zu empfehlen. Rolf hatte allerdings mit seiner Vorspeise - einem gemischten Meeresfrüchteteller - schwer zu kämpfen. Der Gebrauch der als Besteck beiliegenden Zangen und Haken war nicht so einfach und wie die kleinen Schnecken aus dem Gehäuse zu entfernen sind, musste dann doch noch die nette Bedienung vorführen.

Am nächsten Tag konnte endlich das Innenfutter wieder aus der Jacke raus. Eine kleine Sightseeing-Tour war angesagt und so fuhren wir nach einer kurzen Besichtigung des Gezeitenkraftwerks von St. Malo erst einmal ans Cap Fréhel mit seinem Leuchtturm.

Blick vom Gezeitenkraftwerk auf St. MaloCap Fréhel Danach rund um die Bucht zum Picknick ans Fort La Latte.

Fort La Latte Das Fort soll die Kulisse bei dem Spielfilm "Die Wikinger" gewesen sein. Nach einer Kaffeepause in Sables-d'Or-les-Pins, die einige für ein Bad im Meer nutzten, ging es zurück ins Hotel. Am Gezeitenkraftwerk mussten wir allerdings wieder anhalten, da bei unserer Ankunft gerade die Klappbrücke der Schleuse hochgezogen wurde. Hochgezogene Klappbrücke an der Schleuse des GezeitenkraftwerkesDen Rückstau an der Schleuse nutzt Ramona um sich von Ralf französische SMS´s übersetzten zu lassen. Nach einem Aperitif auf der Hotelterrasse Ein mir unbekannter Ricardsäufer auf der Hotelterrasse des Atlantis ging es dann zum "Piraten" zum Abendessen.

Der nächste Tag zeigte wieder einmal, dass die Bretagne für Motorradfahrer, die es nur auf Kurven abgesehen haben, bis auf einige Ausnahmen kein lohnendes Ziel ist. Abgesehen von einigen kurzen und schönen Kurvenstrecken, ging es die meiste Zeit immer geradeaus. Die leichteste Kurve wurde schon einige Kilometer vorher durch ein Warnschild angekündigt. Heute fuhren wir bei Sonnenschein mit einem leichten kühlenden Wind zum Pointe de Minard, wo wir auch picknickten. Anschließend besuchten wir bei Plougrescant noch Castel-Meur,

Das kleine Haus zwischen den Klippen bei Plougrescant dieses kleine Haus zwischen zwei Felsen, das zu einem Wahrzeichen der Bretagne geworden ist.

Vor der Rückfahrt am Mittwoch sollten wir am nächsten Tag wohl noch mal geschont werden. Nach dem Minitrip vom Sonntag war heute wieder eine kurze Tour geplant. Zuerst ging es nach Mont St. Michel,

Mont St. Michel das sich als Tourizentrum erster Kajüte entpuppte. Ich möchte nicht wissen, wie es auf dem Felsen am Wochenende oder in der Ferienzeit zugeht. Selbst an diesem Dienstag in der Vorsaison war der Ort total überlaufen. Zudem mit dem ersten mir bekannten Parkplatz in Frankreich, für den auch Biker löhnen müssen. Nach einem knapp einstündigen Aufenthalt waren wir froh, als es weiterging und nach einem kurzen Halt zum Picknickeinkauf machten wir Rast am Menhir de Champ-Dolent

Menhir de Champ-Dolent in der Nähe von Dol-de-Bretagne in der Nähe von Dol-de-Bretagne. Die hier herumfliegenden Pollen machten Andrea so sehr zu schaffen, dass wir kurzfristig befürchteten, sie könnte mit ihren verquollenen Augen nicht mehr Moped fahren. Aber zum Glück hatte Hans-Jürgen ja eine Apotheke dabei. Eine weitere Pause auf der Rückfahrt zum Hotel gab es dann in Cancale, berühmt für seine Austern. Hier bekam Hartmut seinen Helm nicht mehr ab, da er leider das Schloss seines BMW-Systemhelms vorher falsch eingerastet hatte - und das war jetzt leider blockiert.

Ralf bei dem Versuch, Hartmut von seinem Hut zu befreien Also trennte Ralf nach einigen vergeblichen Reparaturversuchen (zu denen natürlich von allen Seiten gute Ratschläge kamen) die Naht am Helmgurt auf und verhinderte damit, dass Hartmut abends mit dem Helm ins Bett gehen musste. Nachdem Rolf an einem der zahlreichen Verkaufsstände ein paar Austern auf die Hand gegessen und wir anderen unseren Kaffee konsumiert hatten, fuhren wir zurück zum Hotel. Bevor wir die Mopeds in der Hotelgarage abstellten, wurden die Maschinen für die Rückfahrt am nächsten Tag schon einmal voll getankt. Die zeitige Rückkehr am frühen Nachmittag nutzten die meisten Tourteilnehmer für ein Sonnenbad am Strand von St. Malo.

Unsere gesamte Truppe beim letzten Abendessen in St. Malo. Ralf scheint schon eingenickt zu sein.

Nachts ging ein Gewitter nieder. Aber am nächsten Morgen war alles wieder klar und der Rückfahrt nach Hause stand nichts im Wege. Wir verabschiedeten uns von Rolf, der noch weiter in die Provence fahren wollte und fuhren bei sonnigem Wetter los.

Letzter Tank- und Ruhestopp in Frankreich Bei der bereits von der Hinfahrt bekannten Tankstelle in Aachen-Brand war dann allgemeine Verabschiedung. Hier trennten sich unsere Wege wieder und einige Zeit später war auch für mich die Tagesetappe über 936 km vorbei.

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