Die Jahresabschlusstour 2001 führte uns zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Tirol. Meine Sozia Vera hatte sich nach Portugal in die Sonne verabschiedet. Also machte ich mich am Freitag gegen 11:00 Uhr alleine auf den Weg nach Achenkirch. Bei der Abfahrt in Hüsten, wo ich für das Moped immer noch eine Garage angemietet habe, war es zwar ziemlich kalt, aber trocken. Richtung Süden wurde das Wetter dann immer besser. Keine Spur mehr von dem miserablen Regenwetter, dass wir in der Woche zuvor noch auf dem Oktoberfest hatten. Die Autobahn war ziemlich frei. Da mir von hinten auch keiner einen auf Deckel gab, wenn ich die Trophy mal etwas schneller laufen lasse, war ich trotz Tank-, Kaffee- und Zigarettenpausen bereits kurz vor 18:00 Uhr in Achenkirch.

Als Treffpunkt war diesmal die Sportpension Geisler von Robert Geisler ausgemacht, wo wir eigentlich alle unterkommen sollten. Aber irgendjemand hatte da wohl Mist gebaut. Robert hatte nicht genügend Zimmer frei und so wurde der größte Teil von uns ausquartiert. Beim Geislerwirt selber kamen nur Michi und Jupp unter. Fahrschul-Klaus und Fliesen-Klaus (der übrigens erst am Samstag erwartet wurde) bekamen ein kuscheliges Zimmer direkt nebenan. Anita, Willi und ich wurden im ca. 5 Gehminuten entfernten Gästehaus Busslehner in Einzelzimmern untergebracht. Die Zimmer waren in Ordnung, aber dass die ganze Gruppe auseinander gerissen wurde, war weniger in Ordnung. Die Mopeds wurden bei Robert in der Garage abgestellt und auch zum Frühstück und Abendessen trafen wir uns beim Geislerwirt.

Am Samstag machten wir uns nach dem Frühstück bei Robert zu unserer ersten kleinen Tour auf. Jupps Schwester Anita wurde als Sozia bei Fahrschul-Klaus untergebracht. Gegen Mittag erwarteten wir die Ankunft von Fliesen-Klaus und so blieben wir erst einmal im Nahbereich um Achenkirch. Entlang des Sylvenstein Stausees ging die Fahrt nach Vorderriß. Kurz vor Vorderriß dann ein unerfreulicher Zwischenfall: Wenige Minuten vor unserer Ankunft hatte ein Golf einen ziemlich kapitalen Hirsch angefahren. Der Golf lag mit total ramponierter Front im Straßengraben und das arme Tier röchelte mitten auf der Straße liegend seine wohl letzten Atemzüge. Kein schöner Anblick. Das Mädel, das sich gleich daneben die Seele aus dem Hals kotzte, konnte ich gut verstehen. Aber nach der schönen Mautstrecke von Vorderriß nach Wallgau war diese Sache auch schon wieder weggesteckt und das zweite Frühstück bei "unserem" Metzger in Krün ließen wir uns trotzdem schmecken. Es gab Weißwürste. Willi und Klaus warten auf das Frühstück. Anita und ich vor der Metzgerei in Krün. Die Weißwürste sind endlich fertig.

Über Seefeld, Innsbruck und entlang des Inns fuhren wir dann Richtung Zillertal. Nach einem kleinem Päuschen bei den Kristallwelten in Wattens, wo wir vergeblich versuchten Fliesen-Klaus am Handy zu erreichen, entschieden wir uns dafür, direkt nach Gerlos zu fahren und nicht weiter auf Klaus zu warten. Im gesamten Zillertal war an diesem Tag ein Riesenverkehr. Warum das so war, konnten wir kurz darauf feststellen. Abgesehen von dem herrlichen sonnigen Wetter war dort auch noch Almabtrieb. Das lockte natürlich die Touris an. Auch im Gerlostal trieben die Bauern ihre Viecher ins Tal und so kam uns auf dem Weg hoch nach Gerlos eine buntgeschmückte Herde nach der anderen bimmelnd entgegen. Die gesamte Strecke war natürlich zugeschissen, so dass man höllisch aufpassen musste, nicht auf irgendwelchen Hinterlassenschaften in den Kurven abzufliegen. In Gerlos selber war die Hölle los. Zusammen mit dem Almabtrieb wurde dort das Kirchweihfest (oder so was Ähnliches) gefeiert. Die Leute tanzten auf der Straße. Unser Stammlokal bei Kammerlander war restlos überfüllt. Wir fuhren also bis zum Ortsende Jupp ist begeistert von der Stimmung in Gerlos. und schauten uns die Gaudi von dort in Ruhe an. Schnell noch ein Würstchen eingeworfen Fahrschul-Klaus versorgt uns mit Grillwürstchen. und zurück ging es über die braune Strecke ins Zillertal. Gut, dass wir uns nicht lange in Gerlos aufgehalten hatten. Kaum waren wir unten in Zell angelangt, fing es leicht an zu regnen und das machte die Strecke natürlich noch schmieriger. Die Zillertaler Höhenstraße sparten wir uns angesichts des späten Nachmittags und machten uns auf den Weg zurück nach Achenkirch. Dort war Fliesen-Klaus inzwischen auch eingetroffen und empfing uns auf dem Parkplatz von Robert mit einer Runde Wieselburger. Nobel, nobel! Mit einem Wieselburger kann man na"THÜR"lich den Straßenstaub nicht runterspülen, also gab es Nachschub.

Irgendwie sind unsere Touren zum Timmelsjoch Logo Timmelsjoch wohl vom Wettergott verflucht. Am Sonntag regnete es nämlich wieder. Wir fuhren natürlich trotzdem los. Wie immer auf dieser Tour zunächst über die Autobahn bis hinter Innsbruck, dann über den Kühtaisattel in das Ötztal und dann hoch auf das Joch. Ob es Nebel oder bereits tiefhängende Wolken waren, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall hatten wir Sichtweiten von teilweise unter 5 Metern. In den Tunneln oben auf dem Timmelsjoch konnte man meinen, dass man am Tunnelausgang in eine weiße Wand fährt. Aber was soll es? Im Gasthof Saltnuss waren die Spagetti-mit-Öl-und-Knoblauch-Portionen noch größer als sonst und lecker wie eh und je. Ich bleib dabei und kann es nur immer wieder wiederholen: die besten Knoblauchspagetti gibt es im Gasthof Saltnuss im Passeiertal. Zurück ging es danach ab St. Leonhard über den Jaufenpass (wo zu allem Unglück "unsere" Espressobude auch noch geschlossen hatte) nach Sterzing und von da aus über die alte Brennerstrasse nach Innsbruck. Ab Innsbruck nahmen wir dann wieder die Autobahn bis Jenbach.

Nach dem Abendessen bei Robert mussten wir feststellen, dass für den einquartierten französischen Mumientransporter ein Tiroler Abend angesetzt war. Während sich die Busladung beim Schuhplattler amüsierte, verdrückten wir uns zum Fischerwirt.

Der Montag war diesmal unser letzter gemeinsamer Tourtag. Den wollten wir ruhig angehen. Das Wetter hatte sich inzwischen auch wieder gebessert. Es war zwar noch etwas kühl und teilweise auch bewölkt, aber dafür war es trocken. Herrliches Wetter zum Mopedfahren. Über Tegern- und Schliersee ging es zunächst nach Bayrischzell. Das die Motorradsaison vorbei ist, konnte man oben auf dem Sudelfeldsattel Anita, Michi und Jupp am Sudelfeld / Tatzelwurm. deutlich sehen. Am Cafe Kotz stand kein einziges Moped und das Cafe selbst hatte geschlossen. Weiter ging es über kleine Landstraßen bis zum Gasthof Sebi in Niederndorf. Dort legten wir unsere Mittagspause ein. Über St. Johann, Kitzbühel und nach einer kleinen Kaffeepause am Paß Thurn, ging es dann weiter nach Gerlos. Diesmal nahmen wir nicht die alte Gerlosstraße, sondern fuhren über die Mautstrecke. Für mich das erste Mal. Zum ersten Mal sah ich damit auch den beeindruckenden Gerlos Wasserfall. In Gerlos selber war es diesmal kein Problem beim Kammerlander einen freien Tisch zu bekommen.

Der Regen vom Sonntag hatte auch seine Vorteile, wie wir bei der Abfahrt in das Zillertal feststellen konnten. Die schmierigen Hinterlassenschaften vom Almabtrieb vor 2 Tagen waren weitgehend verschwunden, so dass wir zügig ins Tal rauschen konnten. Beim Geislerwirt wurden noch schnell die Mopeds auf die Anhänger Klaus und Klaus laden die Mopeds auf. geladen. Abends ging es dann zum Abschluss noch einmal zum Fischerwirt. Wie so oft wurde wieder einmal gelogen, dass sich die Balken bogen. Rainer läßt sich von Jupp das Spiel "Lügen" erklären. Fliesen-Klaus, Fahrschul-Klaus und Michi beim Fischerwirt. Können diese Augen lügen? Jau!!! Augen zu. Unsere gesamte Gruppe beim Fischerwirt in Achenkirch.

Die Heimfahrt hatten wir diesmal auf den 2. Oktober vorgezogen. In den Jahren davor waren wir an dem darauf folgenden Feiertag regelmäßig in die dicksten Staus geraten. Gegen 11:00 Uhr machten wir uns auf den Weg. Fahrschul-Klaus und Anita fuhren den großen Anhänger von Jupp zurück nach Düsseldorf. Michi und Jupp wurden von Willi nach München chauffiert. Nach einem Abstecher auf die Wiesn wollten die beiden am Abend zurück nach Düsseldorf fliegen. Fliesen-Klaus und ich machten uns auf unseren Mopeds vorerst gemeinsam auf den Heimweg. Kurz hinter Holzkirchen verschwand er dann aber doch irgendwann in meinem Rückspiegel. Bei sonnigem Wetter ging es zügig heimwärts. In Höhe von Kassel wurde es aber wieder bewölkter und ich befürchtete schon wieder das Schlimmste (siehe Juni Tour). Aber es blieb trocken. Beim Abladen des Gepäcks in Ense kamen zwar ein paar kräftige Böen auf, die Garage in Hüsten erreichte ich aber noch trockenen Fußes. Erst am späten Abend entlud sich das Gewitter.

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