Die erste große Tour in diesem Jahr. Und dann gleich so ein Megading. In 10 Tagen rund durch Frankreich: Burgund - Périgord - Charente - Bretagne. Schon wochenlang vorher habe ich die Kollegen im MOF (Motorrad-Online-Forum) damit genervt, dass ich unter jedem Beitrag und jeder Antwort die Restzeit bis zum Tourbeginn in Wochen- und Arbeitstagen gezählt hatte. Jetzt geht es endlich los.

Bereits gestern begann der eigentliche Kampf. Die Trophy ist zwar groß und hat mit den beiden Koffern und dem großen Maxia-Topcase auch viel Stauraum, aber das Gepäck für zwei Personen und für 10 Tage muss erst einmal untergebracht werden. Schließlich bekamen wir aber doch alles unter. Platz für Mitbringsel oder Leckereien aus Fronkreisch bleibt aber nicht über. Koffer und Topcase sind pickepacke voll.

Kleine Sorgen bereitet mir auch der Hinterreifen. Der hat schon einiges an Laufleistung runter und ob das Restprofil für die geschätzten 3.500 km ausreichen wird, ist mehr als fraglich. Angesichts der langen Autobahnetappen und der von den bisherigen Touren bereits bekannten schnurgeraden N- und D-Straßen in Frankreich beschließe ich aber, es darauf ankommen zu lassen. Die neuen Reifen, die bereits in der Garage lagern, will ich nicht gleich ruinieren und auf dieser Tour eckig fahren. Mehr zu den Reifen weiter unten. :o)

26.05.: Sonntagmorgen, 06:20 Uhr - was für eine unchristliche Zeit für einen Tourstart. Aber bis spätestens 10:00 Uhr müssen wir in Wasserbillig in Luxemburg sein, wo wir mit den anderen verabredet sind. Das Wetter ist zum Auftakt optimal. Kühl, aber klar und keine einzige Wolke zu sehen. Wir haben ausreichend Zeitreserven und ohne große Eile geht es über die leeren Autobahnen (der frühe Sonntagmorgen hat auch seine Vorteile) Richtung Luxemburg. Unsere Überraschung ist groß, als wir bei einer Pinkelpause an einem Rasthof auf der A1 kurz hinter Köln auf Willi treffen. Kurz darauf laufen auch Helmut, Ralf (der die Reise organisiert hat), Rolf und zuletzt auch mein Namensvetter Heinz ein. Der fährt diesmal seine Trude spazieren und der kleine Tank des Choppers würde mir auf der Tour die eine oder andere Rauchpause mehr verschaffen (Heinrich sei Dank!). Zusammen geht es weiter nach Wasserbillig, wo bereits Friedel und Christa warten. Unsere beiden "Gastarbeiter" aus Luxemburg Friedrich und Willi kommen erst nach uns an (was mal wieder beweist: die den kürzesten Weg haben, kommen immer zuletzt).

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Ein paar Kilometer weiter stößt dann noch Marc zu uns. Die Gruppe vergrößert sich dadurch allerdings nicht, da uns hier Willi (der von dem Stopp an der A1, nicht der Luxemburger) bereits wieder verlassen muss. Er war trotz Magenprobleme losgefahren. Die wurden jetzt aber so schlimm, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken ist.

Für uns geht es weiter über Autobahn und Nationalstraße bis Neufchâteau, wo wir eine Kaffeepause einlegen.

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Weiter über D74, N74 und wieder einem kleinen Stück Autobahn erreichen wir nach 685 km um 15:45 Uhr Beaune, wo wir im Hotel Ibis Beaune für eine Nacht gebucht sind. Trotz des kleinen Parkhauses wird ein Teil der Mopeds aus alter Gewohnheit am Hotelpool geparkt (ist durch das absperrbare Tor ein wenig sicherer), was die nach uns eintreffende Bikergruppe aus England begeistert aufgreift.

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Im Hotel wartet bereits Martina auf uns. Damit wäre die Gruppe fast komplett. Jetzt fehlt nur noch Martinas Bruder Walter, der erst in Sarlat zu uns stoßen soll.

27.05.: Unser heutiger Zielort ist Sarlat. Abgesehen von An- und Abfahrt die größte Zwischenetappe. Von Beaune aus geht es daher zuerst ziemlich flott über die schöne kurvige Strecke der D974. Die führt entlang eines alten Treidelkanals und ist das fahrerische Highlight des heutigen Tages. Trotz voller Beladung spielt die Trophy gut mit und läßt sich spielerisch von einer in die andere Kurve legen.

Nach knapp 80 km der erste Stopp. Die Wettervorhersage für heute war alles andere als optimal. Wir liegen genau zwischen zwei Tiefdruckgebieten und jetzt sieht es so aus, als ob der erste Schauer gleich kommen soll. Die Nicht-Goretex-Fraktion legt also ihre Privatsaunen an. Die Abschreckung hilft vorerst. Es bleibt erst einmal trocken. Dann wechseln sich allerdings Regenschauer und Sonne ab.

Die Tank- und Rastpause in Riom am frühen Nachmittag dauert unfreiwillig länger als geplant. Der größte Teil der Gruppe ist schon auf der Autobahnauffahrt als wir merken, dass ein paar nicht nachkommen. Friedrich bekommt seine BMW R100R nicht an. Der Killschalter hat sich bei der (versuchten) Abfahrt in seine Bestandteile aufgelöst und steht jetzt offensichtlich auf "Dauerkill". Den Reparaturversuchen von Ralf, der ansonsten in solchen Dingen sehr kompetent ist, widersetzt sich der Boxer erfolgreich. Friedrich bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der nächsten Werkstatt in Verbindung zu setzen, während wir anderen weiter Richtung Sarlat fahren. Friedrich will dann später nachkommen. Dass für ihn daraus eine Übernachtung auf dem Rastplatz werden soll, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Leider halten es die französischen Mopedwerkstätten wie bei uns die Friseure: montags ist dicht. Auch am nächsten Tag kann ihm die BMW-Werkstatt im nahegelegenen Clermont-Ferrand nicht helfen und verweist ihn an einen Schrauber, der das Problem schließlich löst. In dem Killschalter fehlt ein Überbrückungsplättchen, das er kurzerhand aus einer anderen Maschine ausbaut und bei Friedrichs BMW einsetzt.

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Während es sich Friedrich auf dem Rasthof bequem macht, kommt es für uns anderen wettermäßig ziemlich dick. Der Regen wird immer dichter und Ralf beschließt daher entgegen der ursprünglichen Planung, die komplette neue A89 zur Abkürzung zu fahren. Leider ist an der Autobahn noch keine Tankstelle gebaut und ausgerechnet da geht Martinas ZL 600 Eliminator der Sprit aus. Zum Glück hat es a) kurzfristig aufgehört zu regnen und b) hat Heinz für seinen Chopper in weiser Voraussicht einen 5-Liter-Kanister dabei. Der kommt jetzt Martina zugute.

Am Ende der A89 legen wir dann noch einmal eine Tank-, Kaffee- und Abtrockpause ein, bevor wir die restlichen Kilometer bis Sarlat in Angriff nehmen. Kurz vor Sarlat erwischt es uns dann noch einmal ordentlich und nach der Tagesetappe von 488 km kommen wir klatschnass in unserem Hotel des Selves an.

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Das leckere Abendessen in der Altstadt von Sarlat entschädigt uns für diesen Tag.

28.05.: Schon im Bett hören wir, wie die Reifen der vorbeifahrenden Autos den Regen aufwirbeln. Zum Glück ist die Weiterfahrt nach La Rochelle erst für Donnerstag angesetzt und wir können frei entscheiden, ob wir fahren wollen oder nicht. Wir entscheiden: vorerst nicht und machen uns auf, die schöne Altstadt von Sarlat per pedes zu erkunden.

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Der Regen läßt dann auch ziemlich schnell nach und um 12:00 Uhr fahren wir dann doch los. Über Les Eyzies de Tayac und Campagne geht es erst an und danach entlang der Dordogne. Über St. Cyprien und La Roque-Gageac nach Domme, wo wir eine Kaffeepause einlegen. Die anschließende Strecke über die D673 nach Rocamadour ist einfach herrlich. Sie erinnert uns alle an die tollen kurvigen Straßen an der Ardeche.

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Zurück nach Sarlat geht es über kleine kurvige Nebenstraßen. Wasser von oben gibt es diesmal nicht als Regen, sondern nur in Form von Tropfen, die von den überhängenden Felsen auf die Straße tropfen. Für eine kleine Nachmittagstour sind 200 gefahrenen Kilometer nicht schlecht.

Um 19:15 Uhr taucht auch Friedrich wieder auf. Gemeinsam geht es zum Abendessen in den Ort. Diesmal in ein Lokal, wo mir das Essen aber nicht so zusagte. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich vortrefflich streiten. Einigen schmeckt es, einigen nicht.

29.05.: Das gute Wetter hat sich gehalten. Bereits am frühen Morgen strahlender Sonnenschein. Ohne Christa und Friedel geht es heute an die Lot. Wie bereits am Vortag an der Dordogne auch hier schöne kurvige Straßen, auf denen das Fahren Spaß macht. In Cahors haben wir dann einige Probleme bei der Suche nach einem Supermarkt, der uns die Verpflegung für unser erstes Picknick liefern soll.

Der Picknickplatz an einem Campingplatz unterhalb von St. Cirq-Lapopie entschädigt dann für den kleinen Stress. Lustig sind die verfressenen Enten, die sich um jedes hingeworfene Baguettestückchen laut quakend streiten. Wenn die wüssten, was für eine Sorte von Pâte ich auf meinem Baguette habe: Canard nämlich! Ob sie mir das Baguette dann auch noch aus der Hand fressen würden?

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Nach dem Picknick fahren wir den Berg nach St. Cirq-Lapopie für eine Besichtigung und einen Kaffee hoch und hinterher zurück nach Sarlat über Vers und Lauzés.

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Inzwischen ist es richtig warm geworden. Nach einem Tankstopp in Souillac parken wir nach 280 km ein letztes Mal in der Hotelgarage. Morgen ist die nächste Etappe nach La Rochelle angesagt.

Nach dem Abendessen (wieder im ersten Lokal in Sarlat und wieder sehr gut) noch einen Absacker an der Hotelbar. Dabei taucht dann auch Walter auf und die Truppe ist endlich komplett.

30.05.: Um 10:00 Uhr Abfahrt nach La Rochelle. Sonne, Sonne und viel warm. Je näher wir Charente kommen und je weiter wir das Périgord verlassen, umso weniger werden die Kurven. In Périgueux kaufen wir fürs Picknick ein. Da wir heute wieder voll beladen fahren, habe ich arge Probleme die Sachen unterzubringen. Im Topcase sind inzwischen ja auch noch die Innenfutter gelandet. Der Platz wird äußerst knapp. Picknick ist dann endlich in Chateauneuf sur Charente auf einer kleinen Insel mitten in der Charente, die auch als Anlegeplatz für Hausboote dient.

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Aus der anschließenden Kaffeepause wird erst einmal lange Zeit nichts. Auf der gesamten Strecke über die schnurgerade D939 ist keine offene Bar oder Café zu finden. Bei dieser langweiligen Fahrerei fällt einem aber auch das Verhalten der Franzosen uns Motorradfahrern gegenüber auf. Da wird bereitwillig Platz gemacht, auf die Vorfahrt verzichtet und ganz rechts gefahren, um ein problemloses Überholen zu ermöglichen. Ganz anders als in Deutschland. Während bei uns der überwiegende Teil der Dosenfahrer auf seinen Rechten beharrt und nur ein kleiner Teil rücksichtsvoll ist, ist es zumindest auf unserer Tour und soweit ich festgestellt habe genau andersherum. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber sehr wenige.

Erst kurz vor La Rochelle gibt es in Aigrefeuille d´Aunis endlich eine offene Bar. Bis nach La Rochelle sind es zwar nur noch knapp 20 km, aber bevor wir auf den Mopeds einschlafen (die Hitze und die langweilige Straße fordern ihren Tribut) legen wir lieber noch eine kurze Kaffeepause ein.

Ein liegen gebliebener Transporter mit einer Eisenbahnzugmaschine auf dem Tieflader sorgt kurz vor La Rochelle noch einmal für Stress. Nach 280 km kommen wir um 17:30 Uhr endlich in unserem Hotel St. Nicolas in La Rochelle an.

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Nach einem kurzen Stadtrundgang geht es zum Abendessen. Nach den Gänse- und Entenvariationen im Périgord gibt es heute natürlich Fisch in allen Varianten.

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31.05.: Nach dem Frühstück muss ich erst einmal meine Finanzen aufbessern. Am Geldautomat hole ich den Jackpot! Bereits jetzt ist es sehr warm und der Tag verspricht noch heiß zu werden.

Um 09:30 Uhr ist Abfahrt nach Cognac. Die Straßen bis dahin ... na, vergessen wir es. Das Übliche - schnurgerade und langweilig. Für Abwechslung sorgt nur hin und wieder mal ein Kreisverkehr. Ich hatte mich immer schon gefragt, warum die hier jede kleine Abweichung vom geraden Streckenverlauf (allgemein auch als Kurve bekannt, die Bezeichnung trifft es aber nicht ganz und wäre eine echte Übertreibung) lange vorher durch dicke Warntafeln ankündigen. Jetzt kommt die Erleuchtung: ohne die Schilder hätte man diese leichten Abweichungen von der Geraden beim dösigen Fahren glatt verschlafen und tschüss.

In Cognac besichtigen wir die Brennerei von Hennessy. Was die für 5 € Eintritt bieten, ist schon recht interessant. Hatte ich bisher immer gedacht, ich wäre der englischen Sprache einigermaßen mächtig, werde ich von unserer jungen französischen Führerin fast vom Gegenteil überzeugt. Von dem, was sie uns zu erklären versucht, bekomme ich nur durch ein paar Worte mit, dass sie wohl Englisch spricht. Den Glauben an meine Sprachkenntnisse gibt mir dann unser Freund Marc zurück, der als gebürtiger Amerikaner ebenfalls kaum ein Wort versteht. Bei der anschließenden Verkostung müssen wir uns dann leider zurückhalten. Die Gläser mit dem großzügig eingefüllten Cognac lassen wir halbvoll zurückgehen. Schließlich wollen die Mopeds ja noch bewegt werden. Bei der Hitze steigt das gute Zeug schnell in den Kopf.

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Das Picknick an der Charente in Cognac vertreibt dann die letzten Nachwirkungen der Dégustation und weiter geht es zur Ile d´Oléron. Während sich ein Teil der Gruppe zum Schwimmen ans Meer begibt, gibt es für den Rest im nahe gelegenen Örtchen Cafe Crème und Perrier. Die Hitze ist inzwischen fast unerträglich geworden und der Schatten auf der Terrasse äußerst willkommen. Die Strandgänger trudeln dann auch noch ein. Nach dem Einkauf für das abendliche Strandpicknick geht es zurück nach La Rochelle, wo wir gegen 19:00 Uhr und 280 km am Hotel eintreffen.

Abends trennen sich dann unsere Wege: Christa und Friedel gehen mit Marc Pizza essen, Vera und ich mit Heinz zum Menu in ein Restaurant und der Rest zum abendlichen Picknick am Strand von La Rochelle. Als wir nach dem Restaurant die Picknicker suchen, sind die teilweise schon ziemlich angeschlagen. Der 5-Liter-Kanister Rotwein nebst Pinot und Cognac haben ihre volle Wirkung entfaltet. Auf die paar Fosterbierchen hinterher in der Altstadt kommt es dann auch nicht mehr an.

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01.06.: Nach der Ile d´Oléron am Vortag geht es heute zur Ile de Ré. Um 10:00 Uhr machen wir uns ohne Christa und Friedel auf den Weg. Außerdem fehlt noch Rolf, der einen "gelben Schein" vortäuscht (ich sag nur: Strandpicknick! Pöser Pursche du! *LOL*).

Über die Brücke, für die 2 € Maut verlangt wird, fahren wir auf die Insel, die erstaunlicherweise viele und schöne Kurven zu bieten hat. Nach einem kurzen Stopp in La Flotte teilen wir uns wieder in Strand- und Bargänger auf. Während die anderen zum Baden und Picknick an den schattenlosen Strand gehen, fahr ich mit Sozia Vera, Marc und Heinz ins nächste Örtchen zu Kaffee und Perrier im Schatten einer kleinen Bar.

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Nach einer guten Stunde holen wir die anderen vom Strand ab. Ein Problem gibt es dann mal wieder mit der BMW von Friedrich bei der Abfahrt zurück zum Hotel. Die Batterie ist fix und foxi und da er erst nach der Tour eine neue beschaffen will heißt das, dass er ab sofort morgens und nach jeder Pause angeschoben werden muss.

Früh um 14:30 Uhr und nach kurzen 114 km sind wir zurück am Hotel und nutzen den angebrochenen Nachmittag für einen Stadtbummel, bevor es abends mal wieder in ein anderes Restaurant geht. Der Rochen in Kapernsoße ist Spitze.

02.06.: Abfahrt um 09:30 Uhr zu unserer letzten Station nach St. Malo. Das Wetter hatte sich gehalten und es ist wieder sonnig und sehr warm.

Nach einem Picknick an der Loire gibt es auf der Weiterfahrt in Rennes Probleme mit der Orientierung, da die Beschilderung fehlt. Der anschließende Stau auf der N137 wegen eines Unfalls im Baustellenbereich macht unser Glück perfekt. Wir also dran vorbei und durch. Bei Pleugueneuc können wir abfahren und finden im Ort auch endlich eine offene Bar. Seit Rennes mal wieder die erste. Nach der Pause hat sich der Stau aufgelöst und die Nationalstraße ist wieder frei für die Weiterfahrt nach St. Malo.

Inzwischen war die Temperatur auf 30° im Schatten gestiegen. Von solchen Tagen gibt es in der Bretagne angeblich nur 3 Stück und wir haben einen davon erwischt. Das Wasser fließt in Strömen und Regionen, über die ich mich hier nicht weiter auslassen möchte.

Unser Hotel Atlantis Bleu Marine erreichen wir nach 355 km um 16:45 Uhr und St. Malo empfängt uns mit einem intensiven Wattgeruch. Erstaunlicherweise hat die Trophy diese Strecke geschafft, ohne das ich auf Reserve umschalten musste. Ungewöhnlich bei dem Gewicht, das sie zu tragen hatte. Schließlich fuhren wir voll beladen und mit 2 Personen. Andererseits aber wieder verständlich, wenn man berücksichtigt, dass es auf der gesamten Strecke fast nur geradeaus mit null Hügeln ging. Wo keine Leistung gefordert wird, bleibt auch der Verbrauch niedrig (äähh: Walter, falls du das liest, sollte dir das zu denken geben :o)!) Ein paar Kurven mehr wären auch für den Hinterreifen nicht schlecht gewesen. Das Gummi auf der Lauffläche wird langsam knapp und die Flanken, wo noch genug Gummi vorhanden ist, bleiben leider unbenutzt.

Das Hotel Atlantis kenne ich ja schon von der Normandie/Bretagne-Tour im Juni 2000 und ich fand es damals schon schön. Diesmal gibt es eine zusätzliche angenehme Überraschung. Vera und ich bekommen das kleine Apartment direkt an der Hotelterrasse und neben der Bar. Ein doppelgeschossiger Saal, in dem wir uns für die restlichen zwei Tage breit machen können.

Nach der Hitze des Tages kühlt es sehr schnell ab und beim Abmarsch zum Abendessen in der Altstadt von St. Malo gegen 19:00 Uhr ist es dann schon so schattig geworden, dass ich zusätzlich zur Jeansjacke noch ein Sweatshirt anziehe. Nicht von Nachteil, wie sich spätestens beim Rückmarsch zeigen wird. Das Abendessen gibt es mal wieder beim "Piraten", dem Restaurant Café de la Bourse. Auch das hatte ich von der letzten Tour in guter Erinnerung und auch diesmal gibt es in dem urigen Restaurant wieder gutes und reichhaltiges Essen. Für mich übrigens mit einer Premiere: zum ersten Mal Muscheln!

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Zurück im Hotel bleibt es dann bei nicht nur einem Absacker.

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03.06.: St. Malo präsentiert sich am Morgen bedeckt und kühl, sodass das Innenfutter wieder in die Jacke gezippt werden kann. Mal wieder ohne Christa und Friedel und diesmal auch ausnahmsweise ohne Martina fahren wir um 10:00 Uhr ab.

Unsere kleine Besichtigungstour führt uns nach Cap Fréhel und dem gegenüber liegenden Fort la Latte. Die Straßen sind erstaunlich kurvig. So habe ich das von meiner letzten Tour in der Gegend gar nicht in Erinnerung. Nach der monotonen Kilometerfresserei der letzten Tage eine angenehme ErFAHRung.

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Die nächste Station ist mit dem Mont Dol die höchste Erhebung *bg* der Bretagne. Von hier aus kann man in der Ferne Mont St. Michel ausmachen. Einen Besuch dieses Touristenmagneten sparen wir uns aber. Nach einem kleinen Snack in einer Creperie auf dem Mont Dol geht es über die Küstenstraße und Cancale zurück nach St. Malo, wo wir bereits um 16:15 Uhr und kurzen 160 km ankommen. Bevor wir die Mopeds in der Hotelgarage abstellen, tanken wir für die Heimfahrt am nächsten Tag noch einmal voll.

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Den weiten Marsch in die Altstadt sparen wir uns heute und gehen gleich neben dem Hotel Atlantis zum Abendessen. Als Vorspeise habe ich diesmal gefüllte Krabbe - lecker.

04.06.: Das schöne Wetter in der Bretagne ist endgültig vorbei. Vor unserer Zimmertür klatscht der Regen auf die Strandpromenade. Während wir noch beim Frühstück sitzen, kämpft sich Friedel mit Sozia Christa bereits Richtung Heimat durch den Regen. Auch bei unserer Abfahrt um 09:00 Uhr hält der Regen an.

Kurz hinter St. Malo trennen sich dann Martina und Marc von uns. Marc will noch Freunde in Paris besuchen. Für Martina ist das auch der kürzeste Weg nach Böblingen. Erst knapp 100 km später lässt der Regen langsam nach. Für Walter ist der Regen und unser Tempo dann doch etwas zu heftig. Er wird langsam nach hinten durchgereicht. Schließlich winkt er auch noch den Rest durch und verschwindet im Rückspiegel. Abgesehen von dem üblichen Verkehrschaos in Rouen, wo sie es immer noch nicht geschafft haben, eine vernünftige Ortsumgehung zu bauen, kommen wir zügig voran.

Langsam kommt die Sonne wieder und die Klamotten werden vom Fahrtwind getrocknet. Kurz bevor wir die N30 verlassen um die A2 Richtung Belgien zu nehmen, taucht an der letzten Mautstelle überraschenderweise Walter wieder auf. Hier trennen wir uns auch von unseren "Luxemburgern", die jetzt ebenfalls gen Heimat düsen. Bevor wir aber auf die Autobahn auffahren ist Ralf der Meinung, dass es mal wieder nach Regen aussieht und hält noch einmal für die Regenkombis an. Eine Fehleinschätzung wie sich herausstellt. Bei diesem Stopp verabschiedet sich auch Walter endgültig.

Nun folgt die öde, knapp 200 km lange Autobahn durch Belgien. Eine trostlose und absolut langweilige Strecke, die heute noch dadurch verschlimmert wird, dass der größte Teil Baustelle ist. Ralfs Entscheidung für die Regenkombis hat jetzt einen Vorteil. Entgegen seiner üblichen Gewohnheiten rutschen wir nicht durch Belgien durch, sondern machen auf der Hälfte eine Pause. Die Regenkombis, die sich inzwischen bei der wieder hervorgekommenen Sonne in Mini-Treibhäuser verwandelt haben, müssen runter. Heinz nützt die Gelegenheit aus seinem Privatvorrat die Trude nachzutanken.

Letzte gemeinsame Tankpause in Aachen-Brand. Hier trennen sich unsere Wege für diesmal. Ralf fährt mit Heinz, Helmut und Rolf die A44, während ich mit Sozia Vera über A4 und A1 Richtung Höingen schleiche. Schleichen deshalb, weil der Hinterreifen jetzt endgültig seinen Geist aufgibt. Das Gummi ist schon teilweise abgefahren und das Gewebe darunter ist zu sehen. Mehr als 120 - 130 km/h traue ich der Trophy nicht mehr zu.

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Trotzdem kommen wir ohne weitere Probleme zu Hause an. Um 20:45 Uhr und nach einer Tagesetappe von 941 km kann ich die Maschine endlich abstellen. Das Popometer meldet, dass es nun auch wirklich reicht. Insgesamt gesehen war es eine schöne Tour von rund 3.800 km.

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