Dienstag, 24.09.: Morgens um 10:00 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Achenkirch. Vera (mit dem wegen der Jahreszeit etwas umfangreicheren Gepäck) im Auto und ich auf der Trophy. Es ist zwar ziemlich kalt, aber sonnig und die Autobahnen sind erstaunlich leer. So erreichen wir schnell unseren Zwischenstopp bei Det in Sommerhausen. Nach einer Betriebsbesichtigung in seinem Rebenschulbetrieb, gibt es noch einen leckeren Cappuccino und die unerfreuliche Auskunft, dass es rund um München kräftig regnen soll.

Nach einer knappen Stunde schwätzeln und kaffeetrinken machen wir uns wieder auf den Weg. Det hatte Unrecht mit dem Regen. Es regnet nicht rund um München! Nein, bereits weit vor München erwischt uns das miese Wetter. Ab Greding am Altmühltal regnet es ununterbrochen und die eine oder andere Schneeflocke mischt sich auch noch darunter. Und das Ende September. Der Regen wird immer stärker und es kühlt immer weiter ab. Während Vera sich im gut klimatisierten Auto auf den beheizten Sitzen gemütlich macht, kämpfe ich mich durch den Regen und die Gischt der vorausfahrenden Autos. Motorradfahrer sind komischerweise heute überhaupt nicht zu sehen!

Am Tegernsee halte ich kurz an. Die Handschuhe sind durchgeweicht und wegen der ausgefallenen Heizgriffe habe noch nicht einmal warmes Wasser in den Handschuhen, sondern eiskaltes. Eine Zigarette mit zittrigen Fingern, trockene Handschuhe und weiter geht es. Auf dem Achenpass sind es heute um die 0° Celsius, wie die Klimaanlage im Wagen Vera freudig mitteilt.

Klatschnass und durchgefroren erreiche ich kurz vor 20:00 Uhr unser Hotel für die nächsten Tage, den Gasthof Fischerwirt am Achensee. Christa, die Wirtin will mich sofort in die Sauna stecken, aber eine warme Dusche muss es heute auch tun. Schließlich wollen wir auch noch etwas essen und ein Saunagang hätte zu lange gedauert.

Aufgewärmt durch die heiße Dusche sitzen wir bei der riesigen Speck-/Käseplatte, als Sabine nebenbei bemerkt: "Habt ihr schon gesehen? Es schneit!" Wir haben immer noch den 24.09.! Inzwischen wundert mich gar nichts mehr. Tatsächlich sind die Scheiben der geparkten Autos, wie wir später sehen, voller Schnee.

Mittwoch, 25.09.: Das Wetter hat sich noch nicht verbessert.

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Das Moped bleibt heute stehen. Zum Zeitvertreib fahren wir mit dem Wagen (gut, dass wir den mithaben) nach Wattens und sehen uns die Kristallwelten an.

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Anschließend noch einen Kurztrip nach Rattenberg und zurück ins Hotel nach Achenkirch. Auch für Donnerstag ist noch keine Wetteränderung in Sicht. Ab Freitag soll es aber einen Umschwung geben. Beim Blick aus dem Hotelzimmer ist das aber irgendwie nicht zu glauben.

Donnerstag, 26.09.: Das Wetter ist immer noch regnerisch und das Motorrad bleibt auch heute stehen. Mit dem Auto machen wir uns auf zu einer kleinen Besichtigungstour nach Bad Tölz und Innsbruck. In Innsbruck bekomme ich einen Anruf von Michi. Ich bin zum Garagenmeister befördert worden: Soll heißen, dass ich in Achenkirch im See-Stüberl die Garage für die Neuankommer organisieren soll. Das geht aber in die Hose. Joschi ist nicht begeistert davon, die Garage zu vermieten. Mir ist es egal. Die Trophy steht bereits seit Dienstag Abend beim Fischerwirt vor der Tür im Regen und Schnee. Auf ein paar Tage mehr oder weniger kommt es da auch nicht an.

Michi und Jupp kommen mit den Motorrädern auf dem Hängern gegen 19:00 Uhr an. Kurz vor 24:00 Uhr treffen dann auch Brigitte, Manni und Klaus im Auto von Manni an.

Freitag, 27.09.: Das Wetter ist immer noch beschissen. Lange wird diskutiert, ob wir heute Motorrad fahren wollen oder nicht. Da Vera und ich ja sowieso noch die ganze nächste Woche in Achenkirch sind, kommt es mir auf diesen einen Tag nicht an und ich teile den anderen gleich mit, dass sie heute auf uns verzichten können, falls die Entscheidung für die Mopeds ausfällt. Erst die Auskunft von unserer Wirtin, dass es auch unten im Tal nicht besser aussieht, überzeugt auch die anderen, heute auf das Motorrad zu verzichten. Kurz nach Mittag machen wir uns daher auf zum Oktoberfest nach München. Die armen Festwirte wollen ja auch etwas Geld verdienen.

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Samstag, 28.09.: Heute wollen wir endlich Motorrad fahren. Vera ist schon voll aufgerödelt als sie feststellt, dass sie ihre Motorradstiefel zu Hause vergessen hat. Anderes passendes Schuhwerk hat sie leider auch nicht mit und da kurzfristig nichts zu besorgen ist, bleibt sie heute im Hotel.

Wir anderen fahren zum Pass Thurn. Die Autoschlangen an den Tankstellen am Achensee erinnern uns daran, dass heute Almabtrieb ist. In Brixental ist die Hölle los. Bei dem angeblich größten Almabtriebfest tummeln sich die Bustouristen. Wir haben Mühe, da durch zu kommen. Dasselbe Theater in Gerlos, wo wir eine letzte Pause nach der wieder mal miserablen alten Gerlosstrecke einlegen.

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Wie im letzten Jahr ist auch der Weg runter ins Zillertal eine einzige "Such-die-freie-Spur-zwischen-den-Kuhfladen"-Fahrt.

Im Hotel hat Vera inzwischen Stiefel besorgt. Unser Zimmermädchen bringt ihr morgen ein paar wasserdichte Stiefel mit, so dass sie dann auch endlich wieder mit auf Tour gehen kann. Das Wetter soll dann auch noch besser werden. Heute war es schon schön: einigermaßen trocken, aber teilweise ein bisschen kalt. In den nächsten Tagen sollen wir einen Altweibersommer bekommen. Hoffentlich stimmt die Vorhersage.

Sonntag, 29.09.: Die Wettervorhersage stimmt. Am nächsten Morgen sind es zwar noch -0,5° Grad Celsius, als ich mit dem Wagen die Vignetten von der Tankstelle hole, aber die Sonne scheint und es verspricht ein herrlicher Tag zu werden.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Kühtai, das tief im Schnee liegt. Die Straßen sind aber frei und es ist kein Problem.

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Nach der Kaffeepause bekommt Manni bei der Abfahrt ins Ötztal dann aber doch ein kleines Problem, als er in einer Kurve den Bogen nicht kriegt und die Geländegängigkeit seiner GS testet. Mit vereinten Kräften können wir ihn aber aus dem Schlamassel befreuen und das Ötztal erwartet uns mit Wärme und Sonne.

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Richtung Timmelsjoch sieht es zwar sehr gut aus, aber Michi und Brigitte möchten trotzdem nicht auf das Joch hoch fahren. Wir trenne uns daher in Ötz. Jupp fährt mit Michi und Brigitte Richtung Fernpass und der Rest folgt mir zum Timmelsjoch.

Die Entscheidung für das Joch war gut. Auf der italienischen Seite sitzen wir kurze Zeit später auf der Außenterrasse des Gasthof Saltnuss und genießen unsere Knoblauchspaghetti auf der Außenterrasse in strahlendem Sonnenschein.

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Zurück über Jaufenpass und Brenner, wo ziemlich viel Verkehr herrscht. Es ist halt ein sonniger Sonntag und den haben nicht nur wir reichlich ausgenutzt.

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Montag, 30.09.: Die Nacht war sternenklar und sehr kalt. Am Morgen sind die Motorräder dick mit Raureif überzogen. Aber die Wettervorhersage stimmt immer noch. Der Altweibersommer ist voll eingetroffen und die Sonne taut schon die ersten eingefrorenen Autos auf.

Heute geht es erst einmal in Richtung Kufstein. Am Stimmersee machen wir unsere erste Rast.

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Dann über Kiefersfelden nach Deutschland und am Tatzelwurm treffen wir auf eine Gruppe Organspender auf zwei Rädern. Die Idioten überholen uns und vorausfahrenden Wagen trotz frisch asphaltierter Straße (daher Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h) und nicht einsehbarer Kurven in Zweierreihen. Ein bisschen Schotter auf der Straße würde bei der Schräglage reichen und sie schießen uns alle ab. Aber das Glück ist mal wieder mit den Dummen und es kommt auch kein Gegenverkehr. Ausweichen wäre da nicht mehr möglich gewesen. Am Tegernsee erholen wir uns von diesen Idioten bei Kaffee und Kuchen.

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Den Altweibersommer im Ahornboden in der Eng haben wir entweder schon verpasst, oder wir sind zu früh dran. Das strahlende Rot der Bäume fehlt leider, als wir den Ahornboden auf dem Weg zur Alm passieren. Schade!

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Zurück in Achenkirch werden die Motorräder der Düsseldorfer auf den Anhänger geladen. Morgen ist für sie Heimreise. Vera und ich bleiben noch ein paar Tage und die Wettervorhersage verspricht weiterhin feinsten Altweibersommer.

Dienstag, 01.10.: Nachdem wir die Anderen verabschiedet haben, fahren wir los. Für heute ist eine kleine, ruhige Tour geplant. Zuerst fahren wir hinunter ins Inntal, durchqueren das Zillertal und in Hippach geht es auffi: Hoch auf die immer noch leicht verschneite Zillertaler Höhenstraße nämlich. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir einen herrlichen Blick auf das Zillertal und beim Mittagessen auf der Hirschbichl Alm besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes.

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Hinterher machen wir noch einen kleinen Abstecher auf den Museumsfriedhof bei Kramsach, der auch der lustige Friedhof ohne Tote genannt wird. Die Marterln, die der Sagzahnschmied Hans Guggenberger hier gesammelt hat, sind absolut sehenswert.

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Da wir gut in Zeit liegen, entschließe ich mich kurzfristig noch für einen Abstecher nach Deutschland. Über den Sylvensteinstausee und die Mautstraße geht es erst nach Wallgau und anschließend über die Mautstraße entlang des Walchensees, Jachenau und Lenggries zurück nach Achenkirch.

Mittwoch, 02.10.: Morgens ist es wärmer als an den voran gegangenen Tagen. Über das Brixental und Pass Thurn fahren wir heute auf den Großglockner. Die Hochalpenstraße glänzt im Schnee und im Sonnenschein. Vielleicht haben wir den Großglockner zu sehr und zu lange genossen. Es ist schon sehr spät und dunkel, als wir über den Gerlospaß zurück fahren und spät am Abend Achenkirch erreichen.

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Aber dieser schöne Tag musste einfach ausgenutzt werden.

Donnerstag, 03.10.: Der Feiertag in Deutschland macht sich bemerkbar. Vor dem Hotel und auf der Straße entlang des Sees ist reichlich Verkehr. Zum Glück kennen wir einige Schleichwege, um den großen Stau zu umgehen. Über die Karlskirche bei Volders und Ellbögen geht es erst einmal bis Matrei. Bis Sterzing stecken wir dann leider wieder in der Urlauberwelle. Bei den vielen Motorrädern mache ich mir schon Sorgen, ob wir auf dem Penser Joch überhaupt einen Platz für das Mittagessen bekommen.

Aber die meisten Urlauber wollen wohl direkt weiter nach Süden. Die Auffahrt zum Penser Joch ist zwar nicht einsam, aber doch wesentlich leerer als ich vermutet hatte. Im Gasthof Alpenrosenhof auf dem Penser Joch ist es auch kein Problem einen freien Tisch zu bekommen und wir lassen uns die Knödelbis mit zerlassener Butter und Parmesan schmecken.

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Danach empfängt uns das schöne Sarntal, bis es hinauf auf den Ritten geht. Auch hier kaum Verkehr. Ab Barbian ist das dann natürlich wieder anders. Die SS12 ist voller Busse, Autos und Motorräder. In Gegenrichtung kommen uns ganze Kolonnen von Motorrädern entgegen. Die Kaffeebude am Bikertreff an der Franzensfeste ist leider zu und unseren Cappuccino trinken wir daher in Sterzing.

Nach der Abfahrt über die alte Brennerstraße stecken wir in der Inntalautobahn in einem dicken Stau. Ich nehme daher die erste Abfahrt in Hall und umfahre den Stau über die Bundesstraße. Leider ist auch die stark belastet und wir kommen eine gute halbe Stunde später im Hotel an, als wir ursprünglich geplant hatten.

Am Abend fängt es dann wieder an zu regnen. Aber das stört uns nicht weiter, da wir morgen sowieso einen Motorradruhetag einlegen wollen.

Freitag, 04.10.: Morgens regnet es immer noch. Gut, dass wir für heute keinen Tourentag eingeplant haben. Nach einem späten Frühstück machen wir eine Achenseerundfahrt mit dem Schiff. Nachmittags ist dann noch Zeit für eine Besichtigung des Silberschaubergbaumuseums in Schwaz.

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Samstag, 05.10.: Rückreisetag. Der Regen hat nachts aufgehört. Die Straße vor unserem Hotel ist zwar noch feucht, aber insgesamt scheint es ein schöner Tag zu werden. Spät gegen 11:00 Uhr fahren wir los. Als erster Treffpunkt ist der Rasthof Greding vereinbart. Während ich noch einmal mit preiswertem österreichischem Sprit voll tanke und den Luftdruck in den Reifen überprüfe, fährt Vera mit dem Wagen schon einmal voraus. Sie verpasst dadurch den schönen Stau auf der A99, in den ich kurze Zeit später rausche und kann ihren Vorsprung ausbauen.

Da ich keine Lust habe mich durch den Stau zu quetschen, fahre ich von der A99 ab und umgehe den Stau über die Bundesstraße. Als ich auf die A9 wieder auffahre, habe ich weitgehend freie Fahrt und treffe nur ein paar Minuten nach Vera in Greding ein. Ab jetzt fahren wir getrennt und wollen uns erst zu Hause wieder treffen.

Bis jetzt war das Wetter in Ordnung bis schön. Ab Würzburg setzt aber heftiger Regen ein und der soll mich bis Höingen auch nicht mehr verlassen. Diesmal habe ich aber durch reichlich wärmende Unterwäsche und eine Regenkombi (das erste Mal seit Jahren, dass ich das Ding überstreife) vorgesorgt. Der Regen nervt zwar, stört aber nicht weiter.

Lustig ist die Ankunft in Höingen. Gerade als ich mich von unten durch die Poller zwänge, die unsere Straße für Autos absperren, biegt Vera mit dem Wagen oben in unsere Straße ein. Mehrere Tankstopps und Zigarettenpausen heben den Geschwindigkeitsvorteil bei Regenfahrten also total auf.

Insgesamt war es wieder einmal sehr schön. Abgesehen von der Hin- und Rückfahrt und den paar Tagen, in denen wir Regen hatten, haben wir eine schöne Zeit und herrliches Wetter gehabt. Wir hätten es wirklich nicht besser treffen können.

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