11.09.: Es ist diesig, aber trocken, als Vera und ich um 7:25 Uhr aufbrechen. Die Varadero ist mit dem notwendigen Krimskrams für 4 Tage beladen und pöttelt dem Treffpunkt Aachen entgegen. Das Timing ist hervorragend: Als wir die Autobahn in Aachen-Brand verlassen, laufen wir auf den Rest der Truppe auf, die gerade unten an der Ampel stehen.

Nach dem Tanken geht es nonstop durch Belgien. Den ersten Stopp legen wir nach knapp 200 km an der ersten Raststation in Frankreich ein.

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Anschließend geht es weiter nach Amiens, wo mit einer kurzen Besichtigung des Doms der kulturelle Anteil des heutigen Tages erfüllt wird. Bisher hatte uns der Regen verschont, aber die entzündeten Kerzen im Dom haben irgendwie nicht geholfen. Kurz nachdem wir Amiens verlassen haben, fängt es an zu regnen. Zeit für eine Kaffeepause und Regenkombi-Time für die Nicht-Gore-Tex-Fraktion.

Gegen 17:30 Uhr und nach 625 Tageskilometern erreichen wir Rouen. Unser Zimmer im Hotel Ibis ist ziemlich klein. Es gibt kaum Platz um die Sachen und vor allen Dingen die beiden Seitenkoffer, die vorerst nicht mehr benötigt werden, unterzubringen. Aber für ein paar Tage wird es schon gehen. Als Ausgleich hat Ralf schon von Deutschland aus einen Tisch in der "La petite auberge" bestellt. Wie immer ist das Essen da hervorragend und für den nächsten Tag wird der Tisch gleich wieder reserviert.

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Ich weiß gar nicht, warum ich mich überreden ließ, den Digestif nicht in der Auberge, sondern auf dem Rückweg zum Hotel zu nehmen. Die Kneipen auf dem Weg sagen uns nicht zu und in der Hotelbar ist heute Ebbe mit Calvados. Im Herzen des Calvadosgebietes muss ich notgedrungen auf Armagnac ausweichen. Unglaublich, aber wahr!

12.09.: Morgens ist es noch bewölkt, aber es hat sich über Nacht ausgeregnet. Nach dem Frühstück geht es um 9:30 Uhr los. Ralf überrascht uns mit einer Tourführung über erstaunlich und unerwartet kurvenreiche Straßen. Nach der gestrigen Anfahrt über die schnurgeraden Nationalstraßen eine erfreulich Überraschung. Hatte ich bisher die Tour eigentlich "nur" wegen der "La petite auberge" mitgemacht, kommt jetzt doch langsam Fahrfreude auf.

Zunächst gilt es, die Seine zu überwinden. Die Brücken lassen wir heute links liegen und wählen die Fähre.

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Erstes Etappenziel ist Etretat, wo wir an der Standpromenade unser mitgebrachtes Picknick verzehren und anschließend entweder die Klippen ersteigen oder eine nette Bar für einen Kaffee aufsuchen. Meine Entscheidung ist sonnenklar: Bar und Kaffee! :)

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Unser nächsten Etappenziel sollen wir heute nicht mehr erreichen. Bereits kurz nach der Abfahrt aus Etretat rutscht dem vor mir fahrende Manfred nach einer 180° Kurve die Kawa hinten weg und beide schlagen ziemlich unsanft in den zum Glück weichen Hang an der Straßenseite ein. Keine Ahnung, was da passiert ist. Die Straße war unzweifelhaft etwas feucht und auch relativ glatt. Trotzdem hatte ich als direkter Hinterherfahrer keine Probleme damit, die Varadero abzubremsen und um das Unglückspaar herum zu zirkeln.

Bis auf ein paar harmlose Blessuren an Mann und Maschine verlief das Malheur zum Glück relativ glimpflich. Die beiden älteren Herrschaften, die ihr Häuschen direkt an der Unfallstelle und Manfred noch mit Mineralwasser versorgt hatten, waren trotzdem ziemlich schockiert. Und sehr, sehr hilfsbereit. Trotzdem war der Tag gelaufen und wir machten uns auf die Rückfahrt nach Rouen.

Mit Rücksicht auf Manfred geht Ralf die Rückfahrt äußerst vorsichtig an und überholt selbst LKWs nicht. Wir anderen trotten dahinter her und sorgen damit für einen ziemlichen Rückstau auf der Landstraße. :o)

Abends geht es dann noch einmal in das "La petite auberge", ohne Manfred, der im Hotel seine Wunden pflegt und bereits für den nächsten Tag seine Abreise angekündigt hat.

13.09.: Wie bereits am Vortag angekündigt, verlässt uns Manfred heute und macht sich auf den Heimweg. Bei unserer Abfahrt um 09:30 Uhr winkt er uns noch einmal hinterher.

Unsere Fähre von gestern ist heute leider kaputt. (Wir haben keine Schuld! Ehrlich!!!) Notgedrungen müssen wir einen kleinen Umweg über die Pont de Brotonne machen - die einzige Brücke in der Gegend, bei der auch Motorradfahrer eine Brückenmaut entrichten müssen. Alle übrigen (ansonsten mautpflichtigen) Brücken und Fähren sind für "Motos" kostenlos!

In Honfleur machen wir Pause und kaufen auf dem Markt für´s Mittagessen ein. Die Wartezeit nutzen einige Tourer für ein kurzes Nickerchen. :o)

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Den eingekauften Leckereien machen wir kurze Zeit später an der Strandpromenade von Deauville den Garaus.

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Auf dem Rückweg nach Rouen halten wir noch einmal an der Destillerie Château de Breuil an, wo wir uns ansehen, wie der Calvados hergestellt wird.

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Es ist Samstag und heute haben wir leider keinen Tisch mehr in der Auberge bekommen. Wir gehen also in das "La Walsheim", einem Lokal mit Elsässer Spezialitäten. Auch nicht schlecht, aber kein Vergleich zur Auberge.

14.09.: Zu der üblichen Abfahrtszeit um 09:30 Uhr machen wir uns auf die Rückfahrt. Über Landstraßen geht es vorerst zu dem letzten Punkt unseres Besichtigungsprogramms: Das Chateau Gaillard oberhalb von Les Andelys am Seinebogen. Diese alte Burg von Richard Löwenherz wird zur Zeit kräftig renoviert.

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Den Rest der Tour legen wir über Autobahnen zurück. In Aachen trennen wir uns wieder von den anderen und treffen kurz vor Wuppertal Nord auf den ersten dicken Stau des heutigen Tages. Trotz der Koffer habe ich aber kein Problem, die Varadero durch den Stau zu schlängeln. Es kostet allerdings viel Zeit und daher kommen wir erst kurz nach 20:00 Uhr und nach 698 km wieder in Höingen an.

Schön war´s mal wieder! Frankreich hat uns mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gesehen!!!

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