Als erste Tour in diesem Jahr war eine "Schneetour" geplant. Wir hatten uns vorgestellt in den Alpen auf gut geräumten Straßen bei strahlendem Sonnenschein durch eine traumhafte Schneelandschaft zu fahren. Irgendjemand da oben muss etwas von "Schneetour" gehört und falsch verstanden haben. Auf jeden Fall sank die Schneefallgrenze kurz vor Tourstart teilweise bis auf 800 m herunter und wir sahen uns schon mal nach einem alternativen Tourenziel um. Bis zwei Tage vor Start wusste ich nicht, wann (Dienstag oder Mittwoch) und wohin wir fahren. Dann schlug das Wetter zum Glück um und das Tourziel stand endgültig fest: Alpen - österreichische und italienische. Start am Mittwoch und Treffen in Neufahrn bei München.

19.05.: Eigentlich wollte ich schon früh los: Gegen 12:00 Uhr bei Det in Sommerhausen einen Kaffee schlürfen und anschließend eine schöne 300 km Tour mit kleinen Schlenkern über Landstraße nach Neufahrn machen. Am Abend vorher ruft Jupp aber noch einmal an und sagt, dass wir uns gegen 14:00 Uhr in Würzburg treffen wollen. Sie wollen den Anhänger bei Det stehen lassen und zusammen mit mir auf den Motorrädern weiter nach Neufahrn fahren. Na gut, kann ich halt etwas länger schlafen und gegen 10:30 Uhr fahre ich los, um pünktlich in Sommerhausen zu sein. Die Straßen sind trotz des bevorstehenden langen Wochenendes überraschenderweise weitgehend frei, so dass ich erstaunlich gut vorankomme. Wenn nicht so knapp 50 km vor der Raststätte Riedener Wald plötzlich die Reserveleuchte Alarm gegeben hätte, wäre ich noch früher angekommen. So schleiche ich gemütlich und verbrauchsangepasst über die Autobahn und muss in "Riedener Wald" noch einen Tankstop einlegen. Bis zu "meinem" Autohof, der ein paar Kilometer weiter liegt, traue ich mich mit dem fast leeren Tank dann doch nicht mehr. Kurz vor 14:00 Uhr rolle ich bei Det auf den Hof und erzeuge mit meinem neuen Shoei Klapphelm ziemliche Heiterkeit bei dem Hausherrn! Banause, wo das Ding doch so schön schwarz und nebenbei auch noch praktisch ist. Wer nicht da ist, sind Jupp und Klaus. Die sind samt Auto und Anhänger erst kurz hinter Köln, wie ein kurzer Anruf ergibt. Wie sich später herausstellte, musste Jupp mit seiner nagelneuen BMW 1200 GS morgens noch wegen Batterieprobleme in die Werkstatt. Noch sind sie zuversichtlich gut durch zu kommen. Der Treffpunkt wird wieder mal geändert. Meine beiden Kollegen fahren jetzt doch bis Neufahrn durch, wo wir uns am späten Nachmittag treffen wollen. Meine schöne Tourplanung hatte ich sowieso schon über den Haufen geworfen und so mache ich mich nach einer ¾ Stunde auf den inzwischen schon vertrauten Weg über die B13 bis nach Ingolstadt. Zwar nicht so schön wie meine ursprünglich geplante Strecke, aber immer noch besser als eine reine Autobahnfahrt. Autobahn gibt es dann wieder ab Ingolstadt und die ist bei weitem nicht mehr so frei, wie auf dem Stück bis Würzburg. Egal - in Eching fahre ich sowieso schon wieder ab und erreiche das Hotel Maisberger wie vereinbart gegen 18:00 Uhr. Wer nicht da ist . - Jupp und Klaus stehen bei Würzburg dick im Stau und vor 2 Stunden ist nicht mit ihnen zu rechnen. Kann ich eben in Ruhe duschen. Der Tag war sehr warm und ich hab´s nötig. Gegen 20:00 Uhr tauchen die beiden dann endlich auf und nachdem die Motorräder abgeladen sind, gibt es eine lecker Haxe und ein paar Bierchen beim Maisberger.

20.05.: Um 09:45 Uhr fahren wir los. Für Jupp ist es die erste Fahrt mit der neuen 1200er GS. Trotz niedrigerer Sitzbank in unterster Position ist es lustig zuzusehen, wie er auf die Enduro krabbelt. Die hintere Soziusbank ist nämlich wesentlich höher als der Fahrersitz und die will erst einmal "überwunden" werden. Als er endlich sitzt, können wir los fahren und schlagen erst einmal die Richtung Chiemsee ein. Weiter in Richtung Walchsee stoßen wir immer häufiger auf Harley-Davidsons. In Saalbach-Hinterglemm findet das "8. Internationale Harley-Davidson Biker Mania" statt. Bei der ersten Pause sorgt Jupp wiederum unfreiwillig für Heiterkeit: Nicht nur das Motorrad ist neu. Nein, auch der Helm hat ein neues Pinlock Visier bekommen und Jupp hat sich schon die ganze Zeit über die "schlechte" Sicht gewundert. Bei der Pause kann er sich jetzt endlich der grünlichen Schutzfolie des Pinlock entledigen. Kurz darauf verliere ich die beiden als ich an einer Ampel anhalten muss und wegen Gegenverkehr nicht schnell genug wieder aufschließen kann. Was soll´s: Wie immer der Hauptstraße folgen und wenn sie davon abgebogen sind, halten sie ja an der Abzweigung an. So sollte es sein. Als ich aber an der Mautstation von der Großglockner Hochalpenstraße ankomme, stehe ich - abgesehen von Horden fremder Motorrad- und Autofahrer - ziemlich alleine da.

Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken

Sie sind nämlich doch abgebogen und haben nicht gewartet. Jetzt steht Klausi in Zell am See und Jupp ist auf der Suche nach mir zurück gefahren. Eine halbe Stunde später kann die Hochalpenstraße gemeinsam in Angriff genommen werden. Oben auf der Edelweißspitze überlegen wir kurzfristig bei Kaffee und Apfelstrudel in der Edelweißhütte zu übernachten. Der Bericht im letzten Tourenfahrer hörte sich ziemlich viel versprechend an. Aber die Hütte ist abgesehen von einem Drei-Bett-Zimmer ausgebucht (waren wohl noch mehr Tourenfahrerleser da) und mit den beiden anderen in einem Zimmer übernachten ... - nööö, das will keiner von uns so richtig.

Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken
Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken

Wir fahren weiter

Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken
Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken

bis nach Heiligenblut, wo wir im Landhotel Post noch drei Zimmer bekommen. Das Hotel erweist sich als Glücksgriff und wird mit Sicherheit für die Jahresabschlusstour eingeplant. Auf der Sonnenterrasse des Hotels gönnen wir uns ein paar Bierchen, bevor wir unsere Sachen auf die Zimmer bringen und den Tag bei einem guten Abendessen beschließen.

21.05.: Bei unserer Abfahrt um 09:30 Uhr scheint noch die Sonne, aber die Wettervorhersage für heute ist nicht so berauschend. Zunächst geht es Richtung Nassfeld, wo wir von hunderten Feuerwehrleuten in Empfang genommen werden. Nein, die sind nicht wegen uns da, sondern versuchen einen neuen Weltrekord aufzustellen. Ziel ist die Verlegung einer Löschleitung über 845 Höhenmeter und das haben sie auch geschafft. Von der Nikolobrücke in Tröpolach bis zur Grenze an der Passhöhe wurde eine 7,4 km Löschleitung verlegt und Wasser hoch gepumpt. Uns verschafft der Weltrekordversuch neben einer durch viele Wehrleute gehemmten und dadurch sehr gemütlichen Auffahrt zumindest auch ein leckeres Steak vom Grill auf der Passhöhe.

Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken
Zum vergrößern bitte klicken Zum vergrößern bitte klicken

Gesättigt und frisch gestärkt geht es dann weiter über den Plöckenpass und rein ins Lesachtal. Da verlässt uns aber unser Wetterglück und in Fahrtrichtung baut sich eine schwarze Gewitterfront auf, aus der die Blitze schon munter heraus zucken. Also zurück und erst einmal im Gailtaler Hof in Kötschach-Mauthen bei einem Kaffee das weitere Vorgehen besprochen. Da absehbar ist, dass das schöne Wetter jetzt erst einmal Vergangenheit ist, wollen wir, solange es noch einigermaßen trocken ist, so weit wie möglich Richtung Deutschland fahren. Die kürzeste und schnellste Verbindung ist der Felberntauerntunnel, den wir aber schon nicht mehr trocken erreichen. Ziel soll eigentlich Gerlos sein. Als wir da ankommen, müssen wir zu unserer Überraschung feststellen, dass der Ort praktisch tot ist. Fast alle Hotels haben geschlossen und vor den wenigen offenen Häusern stehen Reisebusse. Nachfragen erübrigt sich und wir fahren weiter bis Zell am Ziller, wo wir im Gasthof Zeller-Stuben noch drei Zimmer bekommen. Bei weitem nicht so schön wie die Zimmer gestern in Heiligenblut, dafür als kleiner Ausgleich aber auch teurer! Was soll´s - für eine Nacht wird es schon reichen. Das örtliche Bier kommt bei uns auch nicht besonders an und darum sorgen ein, zwei Schoppen Rotwein für die bei den "schönen" Zimmern erforderliche Bettschwere.

22.05.: Der Regen hat anscheinend die ganze Nacht nicht aufgehört. Gegen 09:45 Uhr fahren wir bei Regen los und machen in Krün Zwischenstation zum 2. Frühstück. Aber bei dem Wetter schmeckt selbst der sonst so gern genommene Leberkäse in unserer Stammmetzgerei nicht richtig. Da das heute keinen Sinn mehr macht, fahren wir direktemang nach Neufahrn und stellen die Motorräder am Hotel Maisberger ab, wo wir wohlweislich schon bei der Abfahrt Zimmer für heute reserviert hatten. Kurz frisch gemacht und ab mit der S-Bahn nach München. Ein kleiner Stadtbummel beschließt den Tag.

23.05.: Der Regen hat inzwischen wieder aufgehört. Bei der Rückfahrt um 09:30 Uhr ist es zwar recht kühl, aber zumindest trocken. Einen Vorteil hat das schlechte Wetter der letzten Tage. Auf den Autobahnen ist es nicht so voll. Die Rückfahrerwelle bleibt aus, so dass ich bei nur teilweise zähfließendem Verkehr wiederum gut durchkomme und bereits kurz nach 15:00 Uhr wieder in Höingen ankomme. Hoffentlich ist das Wetter bei der nächsten Tour Ende Juni durchgehend besser.

Ein PS zu den Bildern: Weswegen auch immer, mache ich immer weniger Bilder von den Touren. Mehr wie die Bilder da oben gibt es diesmal nicht und darum gibt es auch keine extra Bildershow. Ich vermute mal, dass es daran liegt, dass es mir zu umständlich ist, bei jedem Stopp erst immer die Knipse aus dem Topcase zu holen. Ich muss mir da mal ein neues, praktischeres Verfahren einfallen lassen. Versprochen - beim nächsten Mal gibt es wieder mehr Bilder (hoffe ich doch)!

Nach oben zum Anfang!