Zu den Ritten-Race-Days (RRD) wollte ich schon immer mal, aber irgendwie hat es bisher nicht geklappt. Ursprünglich als Triumph Treffen konzipiert, sind die RRD inzwischen markenübergreifend ein lockeres Treffen von Motorradfahrern, die sich u.a. aus dem MOFler Forum kennen. Einige hat man bereits einmal persönlich getroffen, andere kennt man nur virtuell und hat jetzt die Gelegenheit zu überprüfen, ob das virtuelle Bild, das man sich gemacht hat, der Wirklichkeit entspricht. Geplant und organisiert werden die RRD von Jürgen Theiner aka JvS (Jürgen vom Stilfser Joch), womit auch schon mal geklärt ist, wo der Jürgen wohnt und auch, wo das Treffen stattfindet. Das Wörtchen "Race" im Namen der Veranstaltung ist nicht so eng zu sehen, allerdings werden die nächsten Tage zeigen, dass eine ... na, sagen wir mal ... verschärfte Gangart durchaus angesagt ist.

25.08.: Das eigentlich Treffen beginnt zwar erst morgen, aber da ich keine Lust habe, den gesamten Weg nach Trafoi in einem durch zu fahren, mache ich mich bereits heute auf den Weg und lege beim Fischerwirt in Achenkirch eine Zwischenübernachtung ein. Nach der Abfahrt gegen 10:00 Uhr komme ich bei trockenem Wetter erstaunlich gut durch und bin bereits gegen 13:00 Uhr bei Det in Sommerhausen, ohne mich oder die Vara groß anstrengen zu müssen. Dets bessere Hälfte Pe hat Pflaumenkuchen aus eigenem Anbau gemacht, den ich mir natürlich schmecken lassen muss. Anschließend wird noch der Stauraum der Varadero von Det für einige Flaschen Wein ausgenutzt, die ich für ihn mit nach Trafoi nehmen soll und weiter geht es über die B13 bis nach Ingolstadt und von da aus weiter über die immer noch freie Autobahn. Kurz vor der Baustelle an dem Autobahnkreuz München Nord gibt es dann zwar eine Stauanzeige, aber der Stau erweist sich gerade mal als zähfließender Verkehr, der problemlos zu durchfahren ist.

So bin ich bereits um 18:30 Uhr beim Fischerwirt. Eine Stunde nach meiner Ankunft fängt es an zu schütten. Kein gutes Vorzeichen für morgen.

26.08.: Es hat fast die ganze Nacht über geregnet. Erst beim Frühstück lässt der Regen langsam nach.

Für heute habe ich mich für die Weiterfahrt nach Trafoi mit einigen Kollegen verabredet. Als erster trifft Ernst ein, der tags zuvor von Hamburg aus kommend noch einen Freund in München besucht hat. Kurz darauf treffen auch Holger, Skotty, Thomas und Torsten ein, die von Norddeutschland die Nacht mit Auto und Anhänger durchgefahren, den Anhänger in Dietramszell abgestellt und von da aus mit den Motorrädern weitergefahren sind. Inzwischen tröpfelt es nur noch ein wenig und zusammen fahren wir über Volders und Ellbögen bis zur ersten Kaffeepause nach Matrei am Brenner, wo uns zum letzten Mal für die RRD ein kleiner Regenschauer erwischt. Anschließend über das Penser Joch und durch das Sarntal nach Bozen, wo wir feststellen, dass wir nicht gut in der Zeit liegen. Den Abstecher über den Gavia sparen wir uns darum lieber und nehmen den direkten Weg nach Trafoi über Meran.

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Am späten Nachmittag kommen wir im Hotel Tannenheim an, wo bereits ein guter Teil der ca. 60 gemeldeten Teilnehmer anwesend ist. Der Rest trudelt nach und nach ein. Ein kleiner Teil soll erst morgen kommen.

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27.08.: Jürgen hat ein kleines Booklet vorbereitet, in dem vier Touren für die beiden nächsten Tage angeboten werden. Die Qual der Wahl. Ich schließe mich heute der Gruppe an, die sich für die Tour "Auf den Spuren der Rhätischen Bahn" entschieden hat.

Det macht den Tourguide. Na ja, der Gruppe anschließen ist anfangs gar nicht mal so einfach, da meine Vara von den anderen "Racern" zugeparkt ist.

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Als ich meine Maschine endlich frei bugsiert habe, ist meine Gruppe bereits auf und davon. Ich zuckele also hinterher in der Hoffnung sie an der Tanke in Nauders wiederzutreffen, was auch klappt. Schnell mit dem (noch) relativ preiswerten österreichischen Benzin aufgetankt und weiter geht es Richtung Schweiz und dem verschneiten Flüelapaß,

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wo Det auf die Idee kommt im nächsten Ort die Mittagspause einzulegen. Leider ist dieser Ort Davos und nachdem wir uns auf der Terrasse der Pizzeria breit gemacht und einen Blick in die Speisekarte geworfen haben, vergeht uns schlagartig der Appetit und wir begnügen uns mit einem Cappuccino. "Da vos" so teuer ist mögen wir dann doch nichts essen. Weiter geht es über den Albulapaß, wo mir die Federwege der Vara sehr zu pass kommen,

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nach La Punt, wo wir Richtung Berninapass abbiegen. Die Auffahrt auf den Bernina bietet als besonderes Schmankerl eine Stelle, wo quer über die Straße die Schienen des Bernina-Express verlaufen. Und zwar als kleiner Buckel, der - wenn man ihn zu spät sieht - eine hervorragende Sprungschanze abgibt, wie wir feststellen konnten.

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Vom Bernina aus machen wir einen Abstecher nach Livigno, dass als zollfreies Gebiet für die Neubefüllung der Maschinen (77 Cent/Liter Super) und auch der Fahrer (der Brotzeitteller war super) sorgt. Über das Formarinjoch und Bormio landen wir dann als Abschluss auf dem Stilfser Joch. Jetzt nur noch 46 Kehren abwärts (2 weitere liegen unterhalb des Hotels) und wir haben unser Hotel wieder erreicht.

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28.08.: Aus der Liste von Jürgen haben wir uns heute die Tour "Ritten-Race-Days Classic" ausgesucht. Eigentlich wollte ich die Tour nicht fahren, da ich bereits mehrfach auf dem Ritten war, aber die Fahrt mit den Ducatistis hat mir gestern so gut gefallen, dass ich mich heute noch einmal der Gruppe anschließe. Verstärkt wird "unsere Gruppe" heute u.a. auch noch von meinen norddeutschen Kollegen vom Anreisetag.

Die Fahrt durch das Vinschgau nach Meran ist ätzend. Es ist Samstag, es ist darum sehr viel Verkehr und darüber hinaus auch schon sehr warm. Die Fahrt ist einschläfernd. Vielleicht liegt es auch daran, dass Oliver B. kurz vor Forst seine Monster überbremst und den Bodenbelag der Straße testet. Als ich mit Conny kurz darauf an der Unfallstelle eintreffe ist die Ducati bereits in die Einfahrt zum Biergarten von der Forst-Brauerei geschoben worden.

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Reparaturversuche sind sinnlos und daher wird ein Abschleppwagen bestellt, auf den Oliver in aller Ruhe im Biergarten warten kann. Wir anderen fahren nach einer knappen Stunde Aufenthalt über das Gampenjoch und den Mendelpaß weiter Richtung Bozen und anschließend hoch auf den Ritten, wo wir in Klobenstein eine verspätete Mittagspause einlegen.

Hier teilen wir uns auch. Ein Teil fährt weiter über das Penser Joch und den Jaufenpaß ins Passeiertal. Det, Conny, Thomas und ich haben genug für heute und fahren im Sarntal links ab Richtung Bozen und dann über Meran und das quälende Vinschgau zurück nach Trafoi. Zwischendurch treffen wir auf der Schnellstraße noch Oliver N., der sich von der Gruppe wegen technischer Probleme bereits vor dem Aufstieg auf den Ritten verabschiedet hatte und dessen Kupplung jetzt endgültig abgeraucht ist. Der zweite Abschleppwagen des heutigen Tages ist fällig. Kein guter Tag für die Ducatis. Ziemlich hohe Ausfallquote.

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29.08.: Rückreisetag! Vom Vinschgau habe ich gestern genug gehabt. Das tue ich mir heute nicht noch einmal an und daher fahre ich Richtung Reschenpass. Die Tankstelle in Nauders ist heute brechend voll mit Sonntagstouristen, die noch schnell voll tanken wollen, bevor sie in Italien sind. Macht nichts - ich kann auch weiter unten tanken, wo nicht so viel los ist.

Kurz vor dem Landecker Tunnel in Fließ biege ich von der Bundesstraße ab und mache mich an den Aufstieg auf die Piller Höhe. Die Straße ist so schmal, dass ich an einigen Stellen befürchten muss mir Kratzer an den heute montierten Koffern zu holen. Durch das Pitztal geht es weiter Richtung Imst und dann bis Haiming. Hier beginnt mein Aufstieg zum Kühtai Sattel über Haimingerberg und den Silzer Sattel. In Ochsengarten komme ich wieder auf die mir bereits bekannte Strecke und erreiche kurz darauf Kühtai, wo ich eine Mittagspause einlege. Der Blick von Kühtai Richtung Inntal verheißt nichts Gutes. Die sonnigen Tage sind wohl erst einmal vorbei und über Innsbruck hängt eine schwarze Wolkenwand. Ab Innsbruck nehme ich daher die Autobahn und bin bereits um 15:00 Uhr in Achenkirch, wo ich mich mit Vera verabredet habe. Den Rest der Woche wollen wir uns hier noch ein paar schöne Tage machen.

Ach so: Genau wie am Mittwoch geht knapp eine Stunde nach meiner Ankunft ein Wolkenbruch nach dem anderen über Achenkirch nieder. Irgendwie kann ich die verärgerten Blicke der anderen verstehen!

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