Das letzte Augustwochenende! Seit Jahren gibt es an diesem Wochenende ein Ziel: Das Vinschgau! Genauer gesagt Mals und das Stilfser Joch. Noch genauer gesagt: Die Ritten-Race-Days (RRDs)!

Leider hatte Jürgen Theiner als Organisator des Treffens dieses Jahr wichtigere Sachen zu tun und daher wurden kurz entschlossen die Ersatz-RRDs ins Leben gerufen. Na gut, „kurz entschlossen“ ist ein wenig übertrieben. Schließlich lief die Planung dafür schon seit Mitte April in MOFler. Allerdings brauchte es da wirklich nur wenige Tage, bis die Anmeldungen vorlagen und der Rahmen geplant und organisiert war.

Und jetzt das: Zwei Tage vor Abfahrt fängt es im Alpenraum an zu schütten wie noch nie. Land unter. Alle geplanten Anfahrtswege nach Mals stehen am 23.08. unter Wasser oder sind durch Muren verschüttet. Für die nächsten Tage ist aber Besserung in Aussicht.

24.08.: Schau´n mer mal, ob wir durchkommen. Heute soll es erst einmal zum Fischerwirt nach Achenkirch gehen, wo eine Zwischenübernachtung eingeplant ist. Von dem schlechten Wetter im Alpenraum ist zuhause nichts zu spüren. Das Wetter ist super, als ich mich gegen 11:00 Uhr auf den Weg mache. Richtung Süden sind die Straßen erstaunlich frei, so dass ich trotz Bummeltempo bereits nach knapp drei Stunden auf dem Hof von Det in Sommerhausen einlaufe. Nach einer Kaffeepause geht´s am frühen Nachmittag weiter über die B13 bis Ingolstadt und dann weiter über die Autobahn bis Holzkirchen, wo ich kurz vor der Abfahrt auf die „Agenten“ auflaufe. Der erste Parkplatz hinter der Autobahn ist unser. Ein kurzer Anruf beim Fischerwirt ergibt, dass der Achenpass noch gesperrt ist. Macht nichts: Die Strecke über Bad Tölz ist frei und eigentlich auch schöner zu fahren.

Hinter Bad Tölz kann man an der Isar sehen, was uns am nächsten Tag erwarten wird. Der Fluss ist randvoll, steht heute aber nur noch bei Lenggries halbseitig auf der B13. Kein Problem für uns.

Der Sylvensteinstausee läuft über und den Überlauf vom Achensee direkt vorm Fischerwirt habe ich in all den Jahren auch noch nie geflutet gesehen. Um ehrlich zu sein: Ich wusste gar nicht, dass das ein Überlauf ist. Bisher dachte ich mehr an einen Zulauf zum Achensee. Auf jeden Fall ist der Graben randvoll und leitet den Überschuss vom Achensee zum Sylvenstein ab. Da können wir uns ja morgen auf was gefasst machen.

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25.08.: Heute soll´s weiter nach Mals gehen. Welche Strecken wieder frei sind und welche noch gesperrt sind, ist am Morgen nicht eindeutig zu klären. Wie es scheint, sind alles Straßen, die ich für die Anfahrt geplant hatte, frei. Aber leider scheint das nur so: Den ersten Stopp müssen wir in Vorderriß an der Mautstation nach Wallgau einlegen. Die Mautstraße ist gesperrt. Sinnigerweise stand davon nichts an der Abfahrt am Sylvenstein, so dass wir jetzt erst einmal ein paar Kilometer zurück müssen.

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Der nächste Versuch: Bei Lenggries geht eine kleine Straße über Jachenau zum Kochelsee ab. An der Einfahrt steht was von „Benutzung auf eigene Gefahr“. Danach sollte die Straße eigentlich frei sein. Denkste: Zur Sicherheit frage ich noch ein paar Arbeiter, die sich an der Straße zu schaffen machen. Die Straße ist zwar bis Jachenau frei, aber die Weiterfahrt zum Kochelsee ist gesperrt. Gut, dass wir gefragt haben. Der Zeitplan ist zwar sowieso schon über den Haufen geworfen. Die Sackgasse hätte uns aber eine unnötige weitere Stunde gekostet. Wir beißen also in den sauren Apfel und machen den Umweg über Bad Tölz und Benediktbeuren, um schließlich über Walchen- und Kochelsee und Seefeld endlich da anzukommen, wo wir eigentlich schon vor zwei Stunden hätten sein können: An der Auffahrt zum Kühtai Sattel, der heute zum Glück wieder frei gegeben wurde. Die Ausbesserungsarbeiten der letzten Tage sind bei der Auffahrt noch deutlich zu sehen. Die Kaffeepause in Kühtai haben wir uns redlich verdient.

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Auch das Ötztal war in den letzten Tagen bei Umhausen gesperrt. Wieder haben wir Glück: Auch da wurde die Straße heute wieder frei gegeben. Wir kommen problemlos zum Timmelsjoch durch, sehen und merken uns die Schilder für den Ötztalmarathon am kommenden Sonntag (dazu später mehr), bekommen am Gasthof Saltnuss leider keine Spaghetti mehr (zum einen weil wir viel zu spät dran sind – zum anderen weil die „Agenten“ wie die Wilden am Gasthof vorbei rauschen) und legen mit knurrendem Magen in St. Leonhard eine Kaffee- und Kuchen-Pause ein.

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Gegen 18:00 Uhr und läppischen 280 km kommen wir in Mals an und belegen unsere Zimmer im Hotel Grauer Bär, die Dependance vom Hotel Greif, wo wir abends endlich was zu essen bekommen und auch die „Mit-Racer“ treffen.

26.08.: Die Wetterprobleme sind jetzt erst einmal vorbei. Hier hat es nicht so geregnet und für die nächsten Tage ist Sonne gemeldet. Det leitet die heutige Tour, die uns von Mals aus über den Umbrail nach Bormio und Livigno führt. Dort werden die Motorräder mit zollfreiem Sprit und wir mit Kaffee aufgetankt. Vor dem Höhepunkt des heutigen Tages legen wir eine längere Wartepause an der Schweizer Grenze ein und warten auf Volker, der mit seiner Duc (mal wieder) irgendwo zwischen Livigno und der Grenze liegen geblieben ist. Nachdem wir wieder vollzählig sind geht´s weiter zum Mortirolo und von da aus über den Gavia hoch auf das Stilfser Joch. Mit der Weiterfahrt nach Mals können wir uns Zeit lassen, da kurz hinter Trafoi ein Tunnel gebaut wird und die Strecke nur stundenweise geöffnet ist. Wir rollen an der wartenden Kolonne vorbei und kommen gerade rechtzeitig an. Noch bevor wir die Motoren abstellen können wird der Weg frei gegeben. Super Timing! Gegen 18:00 Uhr sind wir zurück in Mals und nehmen vor dem Grauen Bär unser Abschlussbier.

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27.08.: Heute ist unsere Gruppe wesentlich kleiner. Böse Zungen munkeln zwar, dass läge daran, weil Det gestern keine Mittagsrast gemacht hat, aber das kann ich nicht glauben. Gegen 10:00 Uhr fahren wir los zum Gampenpass und machen anschließend in Fai della Paganella Mittag. Durch das Ultental und über Meran fahren wir dann zurück nach Mals. Gerade rechtzeitig. Kurz hinter Meran fängt es kräftig an zu gewittern. Richtung Mals lässt das aber wieder nach und als wir ankommen, sind wir schon wieder trocken. Abends fängt es zwar auch in Mals wieder an zu regnen, aber das ist uns egal.

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28.08.: Eigentlich sollte heute der Rückfahrttag sein, aber der Reschenpass ist auf der österreichischen Seite bei Pfunds immer noch durch einen Murenabgang gesperrt. Die direkte Verbindung ist also hinfällig und auf den großen Umweg über die Schweiz habe ich keinen Bock. Also beschließe ich heute zurück bis Achenkirch zu fahren, dort eine Zwischenübernachtung einzulegen und erst am Montag den endgültigen Heimweg anzutreten. Nach Abschied von den anderen mache ich mich also so gegen 10:00 Uhr auf den Weg. Zurück soll es über den Jaufen gehen. Das Timmelsjoch und das Ötztal sind ja gesperrt. Den Marathon habe ich mir schließlich gemerkt. Als ich in das Passeiertal einfahre, sehe ich daher auch die Hinweise auf die „Streckensperrung Timmelsjoch“, aber dass auch der Jaufenpass wegen eines Radrennens gesperrt ist, steht da nicht. In St. Leonhard kann ich mich also entscheiden, ob ich das Ende des Rennens abwarte (was noch ein paar Stunden dauern kann) oder die Zeit sinnvoller nutze. Ich entscheide mich daher zurück und über Meran nach Bozen zu fahren und noch einen Abstecher auf den Ritten zu machen. Anschließend durch das Sarntal auf das Penser Joch und über den Brenner nach Matrei. Da verlasse ich die alte Brennerstraße und kürze über Ellbögen nach Volders ab. Gegen 17:00 Uhr und (unfreiwilligen) 330 km komme ich beim Fischerwirt in Achenkirch an.

29.09.: Heute geht es endgültig heim. Bei schönstem Wetter fahre ich gegen 10:30 Uhr beim Fischerwirt los. Der Achenpass ist zwar wieder frei, trotzdem fahre ich heute lieber wieder über Bad Tölz. Bei Holzkirchen geht es auf die total leere Autobahn. Dass auf der A8 sogar die Überholverbotschilder für die LKW nicht aktiviert sind, habe ich bis dahin noch nie erlebt. Absolut stau- und „zähflüssig“-frei komme ich durch und erreiche Höingen nach einer längeren Mittagspause in Erlangen-Tennenlohe gegen 19:00 Uhr und 692 km.

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