Die erste große Tour dieses Jahr soll wieder nach Frankreich führen. Nach dem Zentralmassiv im letzten Jahr, geht es dieses Jahr etwas weiter runter in die Cevennen. Organisiert wurde die Tour von Ralf Petersen.

Aber was heißt: „Erste große Tour“? Genau genommen bin ich dieses Jahr fast noch gar nicht gefahren und lege auf der Hinfahrt zum Treff in Wasserbillig/Luxemburg mehr Kilometer zurück, als zuvor im gesamten Jahr.

Aber der Reihe nach:

10.06.: Da ich mich um 10:00 Uhr mit den übrigen Tourteilnehmern in Wasserbillig treffen will, fahre ich bereits um 6:30 Uhr in Höingen los und komme überraschend gut durch. Zu gut: Obwohl ich die letzten Kilometer bummele, bin ich bereits um 9:30 Uhr in Wasserbillig, wo Friedrich bereits wartet. Der Rest der Truppe trifft wie vereinbart gegen 10:00 Uhr ein. Bereits jetzt ist es sehr warm und das wird sich in den nächsten Tagen auch nicht ändern. Es folgt die „bekannte“ Strecke über Autobahn und Nationalstraße mit der Kaffeepause in Neufchâteau bis Beaune, wo wir eine Zwischenübernachtung im bewährten IBIS Hotel einlegen. Beaune erreichen wir bereits gegen 17:00 Uhr nach 678 Tageskilometer. Trotz der Hitze lass ich den Swimmingpool links liegen. Er ist einfach zu kalt. Andere haben diese Skrupel nicht:

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11.06.: Heute soll es wieder heiß werden. Abfahrt ist daher schon um 09:15 Uhr. Es geht nach Meyrueis, dem eigentlichen Ziel unserer Tour. Wie gestern gibt es wieder einen Mix von Autobahn und Nationalstraße. Nach einer Kaffeepause in Mende und einem ersten Kontakt mit Tarn- und Jonte-Schlucht erreichen wir am Spätnachmittag unser „Grand Hotel de France“ in Meyrueis, wo ich ein geräumiges Zimmer zur Straße mit Blick auf unseren Motorradparkplatz beziehe. Meyrueis selbst ist ein kleiner, beschaulicher Ort, in dem die Jonte mit der Brèze und der Béthuzon zusammenfließt. Die „kulinarische Meile“ des Ortes, wo sich einige Restaurants Konkurrenz machen und somit für ein akzeptables Preisgefüge sorgen, liegt nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt.

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12.06.: Von Meyrueis aus fahren wir heute erstmal nach Millau zum tanken und shoppen für das Picknick. Anschließend weiter zur Gorges du Tarn, wo wir uns am „Point Sublime“ einen Überblick auf die 400 m unter uns liegende Tarnschlucht verschaffen,

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bevor wir nach Ste. Enimie fahren, wo wir Mittagspause machen. Der Abstecher zum Mont Aigoual beendet das heutige fahrerische Tagesprogramm. Von dem Mont Aigoual, auf dem sich in 1567 m Höhe seit 1887 ein Observatorium und eine Wetterstation befinden, soll man bei klarem Wetter ein Viertel Frankreichs vom Mont Ventoux bis zum Mont Blanc, vom Canigou bis zum Pic du Midi und von der Bergkette Le Puy bis zum Mittelmeer sehen können. Leider ist es heute kein klares Wetter.

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13.06.: Über die „Cirque de Gorges et Causses“ geht es heute erst einmal nach Florac tanken und einkaufen. Weiter geht es nach Génolhac, von wo wir wieder hoch in die Berge fahren, um von einem Aussichtspunkt aus unsere Mittagsstation schon einmal von Ferne betrachten zu können: den Lac de Villefort.

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Sah es von oben so aus, als ob wir noch mindestens eine Stunde bis zum See benötigen würden, ist er doch schon eine knappe halbe Stunde später erreicht und wir suchen uns ein schattiges Plätzchen für unser Picknick. Zurück nach Meyrueis fahren wir dann über Mende und den Gorges du Tarn.

14.06.: Heute ist Ruhetag. Aus der geplanten Kanutour auf einem der umliegenden Flüsse wird nichts und darum wollen wir wandern. Natürlich nicht zu weit, sondern nur bis zum örtlichen Chateau. Nun ist nun mal leider so, dass Ralf zwar Landkarten lesen kann, aber bei kleinformatigen Wanderkarten seine Schwierigkeiten hat. Wenn man dann zusätzlich noch den „Waschbär“ Uwe dabei hat, der keine Möglichkeit auslässt einen Umweg zu finden, artet ein halbstündiger Hinweg schon mal in einer wilden Kletterpartie über frisch gefällte Tannen aus. Nach lediglich 2-stündigem Irrmarsch haben wir das Chateau dann doch noch gefunden und lassen den Nachmittag am Hotelpool ausklingen. Irgendwie muss das frische Tannenharz ja wieder runter.

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15.06.: Erstes Ziel heute ist Roquefort. Die Höhlen der Käserei bieten eine willkommene Gelegenheit, sich endlich mal wieder abzukühlen. Die anschließende Degustation fällt eher mickrig aus. Von den drei Roquefortsorten kann man sich je ein Bröckchen mit einem Zahnstocher aufspießen. Auf dem Rückweg nach Millau unterqueren wir das Viaduc de Millau. Das im Dezember 2004 eingeweihte Bauwerk ist mit 270 m über dem Tal zurzeit die höchste Autobahnbrücke weltweit und überspannt mit einer Länge von fast 2,5 km die Tarn.

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Von hier aus geht es weiter nach La Couvertoirade, einer gut erhaltenen Templerstadt aus dem 12. Jahrhundert

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und zurück nach Meyrueis.

16.06.: Zum ersten Mal auf der Tour ziehe ich heute auch die Gore-Tex-Hose an, da es nachmittags regnen soll. Hätte ich mir aber sparen können. Ziel unserer heutige Tank- und Einkaufstour ist Le Vigan. Von hier aus geht es über Montdardier zum Cirque de Navacelles, wo wir aber nicht weiterkommen, weil die Straße gesperrt ist. Nach einem Picknick mit anschließendem Kaffee fahren wir daher über Le Vigan, den Col de la Tribelle und Col de l´Asclier zurück bis zur Abîme de Bramabiau. Hier trennen wir uns. Ein Teil der Gruppe will noch in die Grotte, der Rest – wozu auch ich zähle – fährt zurück ins Hotel. Es ist ziemlich schwül und ein Gewitter liegt in der Luft.

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17.06.: Nachts hat es kräftig geregnet. Bei der Abfahrt um 09:00 Uhr ist es aber bereits wieder trocken. Ein letztes Mal geht es durch die Gorges de la Jonte und dann auf die A75 Richtung Clermont-Ferrand. Wir müssen wieder heim und auch auf der Rückfahrt ist Beaune wieder unsere Zwischenübernachtung. Kurz nach der Abfahrt von der AB bei Vichy fängt es an zu tröpfeln, was den Rest der Gruppe veranlasst einen Regenkombi-Überziehstop einzulegen, dem kurz darauf ein Regenkombi-Ausziehstop folgt, weil es nämlich doch nicht regnet und die Kombis mal wieder zu Privatsaunen mutieren. Über die Nationalstraße geht es anschließend weiter Richtung Montceau, danach ein Stück am Canal du Centre entlang und gegen 17:00 Uhr erreichen wir Beaune nach 496 Tageskilometern. Der Hotelpool ist im Lauf der Woche von der Sonne aufgeheizt worden, so dass ein kleines Bad nach der Tour gut tut.

18.06.: Heute geht es endgültig Richtung Heimat. Zunächst wieder Nationalstraße bis Neufchâteau, wo wir so rechtzeitig ankommen, dass der Bäcker um die Ecke noch auf hat und uns ein paar Teilchen verkaufen kann. Anschließend Autobahn bis zur Tankstelle in Wasserbillig, die wie immer total überlaufen ist. Wegen der Fußball-WM sind heute an der Grenze Kontrollen, die einen kleinen Rückstau verursachen und uns ein wenig aufhalten. Dafür sind aber die deutschen Autobahnen trotz des verlängerten Wochenendes und des schönen Wetters überraschend frei. So bin ich bereits um 18:00 Uhr und nach 678 Tageskilometer wieder in Höingen.

... und kommenden Freitag geht´s ab nach Tirol!

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